✎ Jennifer Cranen - Ich will nicht, dass ihr weint!


Titel: Ich will nicht, dass ihr weint!
Autor: Jennifer Cranen
Verlag: ullsteinbuch
Ersterscheinung: 2004
Genre: Erfahrung
gelesen als: Taschenbuch
Rezension vom: 06.01.16








Klappentext:

»Ich will nicht, dass ihr weint und um mich trauert, sondern mit einem Glas Sekt darauf anstoßt, dass ich nun endlich alles überstanden habe. Denkt nur daran, dass es mir gutgeht, und vergesst das Trauern.«

Vierzehn Monate lang schrieb die 16-jährige Jennifer Cranen ein Tagebuch über ihre Krebserkrankung. Ein berührender Bericht.


meine Meinung:

Ein Thema, mit dem man nahezu täglich konfrontiert wird / werden kann und bei dem jeder weiß, um was es geht: Krebs. Ich habe leider das Pech, dass die Generation meiner Uroma und deren Mutter alle an Krebs gestorben sind, so dass das Thema bei mir wirklich verankert ist. (alle anderen Generationen danach leben noch) Zum Glück waren sie schon alt / älter und konnten ihr Leben leben. Jennifer hingegen bekam ihre Diagnose mit 15..
Ich bin mit keiner Erwartung an diese Geschichte gegangen, denn was gibt es bei einer Erfahrung zu erwarten? (außer die Wahrheit) So kann ich auch direkt sagen, dass ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht wurde.
Jedoch bin ich erstaunt, was ich hier zu lesen bekommen habe, denn es heißt auf dem Cover "Das Krebstagebuch der 16-jährigen Jenni" - in dieser Hinsicht hatte ich tatsächlich sowas wie ein Tagebuch erwartet, aber es werden keinerlei Zeitangaben gemacht und die kurzen Texte haben alle ihre eigene Überschrift. Ich finde das nicht schlecht oder schlimm, sondern war anfangs halt nur etwas verwundert, aber damit kam ich sehr schnell klar.
Obwohl es ein Bericht einer 15- / 16-Jährigen über ihr Krebsleiden ist, war ich komischerweise emotional überhaupt nicht ge- / befangen. Es ließ mich aber auch nicht kalt! Ich spürte ihre Wut auf das Schicksal. Ich spürte ihre Schmerzen bei den Untersuchungen. Und trotzdem konnte ich mit einer gewissen Distanz auf das Ganze herabsehen.
Jennifers Schreibstil ist Jennifers Schreibstil. Sie wollte keine Schriftstellerin werden, hatte sich wahrscheinlich nie mit dem Schreiben befasst und das bekommt man hier auch zu lesen. Ich habe in anderen Rezensionen gesehen, dass manche die Ausdrucksform nicht so toll fanden - ich hatte damit gar keine Probleme. Sie schrieb, wie sie scheinbar war: frei und frech heraus - und das machte es für mich wirklich leicht, es zu lesen, denn es kommt einfach ehrlich rüber.
Es ist kein typisches Mut-mach-Buch über eine Krebserkrankung mit Happy End. Generell unterscheidet es sich von den Erfahrungsberichten mit Krebs, die ich bisher gelesen habe. Aber ich könnte mir super vorstellen, dass dieses Buch als Schullektüre eingesetzt wird, um so manchem Teenager vielleicht ein wenig die Augen zu öffnen und zu zeigen, wie schnell das Leben vorbei sein kann..
Leider existiert die Homepage heute nicht mehr, denn ich hätte gerne gewusst, wie sie dort alles niedergeschrieben hat, ob sie das Datum verwendete oder - wie im Buch - einfach einen Ablauf beschrieb, ohne Zeiten zu nennen.
Toll finde ich, dass der Reinerlös des Verkaufes an den Aachener Förderkreis "Hilfe für krebskranke Kinder" geht (oder ging).

©2016 Mademoiselle Cake

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