✎ Andreas Hock - Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann


Titel: Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann
Autor: Andreas Hock
Verlag: riva
Ersterscheinung: 2014
Genre: Sachbuch
gelesen als: eBook
Rezension vom: 29.04.16









Klappentext:

Es war einmal eine Sprache , die vor lauter Poesie und Wohlklang die Menschen zu Tränen rührte. Die von Dichtern und Denkern immer weiter perfektioniert wurde. Die um ein Haar auf der ganzen Welt gesprochen worden wäre. Das aber ist lange her - und ein für alle Mal vorbei. Heute ist Deutsch ein linguistisches Auslaufmodell! Wie konnte es nur so weit kommen, dass unsere Kids zwar wissen, wer der Babo ist - aber keine Ahnung haben, wer dieser Goethe war? Warum wundern wir uns nicht, wenn uns die Werbung von Care Companys, Createurs d’Automobiles oder Sense and Simplicity erzählt? Und wieso, verdammt noch mal, nennen wir unsere Kinder Justin, Cheyenne oder Jeremy? Andreas Hock fand Antworten auf diese und viele anderen Fragen über den Niedergang unserer Sprache - der eigentlich vor Hunderten von Jahren schon begann und an dem nicht nur Friedrich der Große, Adolf Hitler oder Helmut Kohl Schuld sind. Sondern voll wir alle, ey!



meine Meinung:

Ein Buch wie für mich gemacht!!
Ich finde es ja schon immer furchtbar, wenn man sich in seiner Muttersprache nicht richtig ausdrücken kann. Oder wenn man alles Mögliche abkürzt. Oder wenn man einen englischen Begriff für etwas verwendet, was auch auf Deutsch wunderbar klingt. (eines meiner größten Aufreger)
Daher war ich sehr gespannt, was dieses Buch zu bieten hat.. - und ich habe eine Menge bekommen.
Über das meiste kann man wirklich einfach nur den Kopf schütteln! Es ist wahr, wie unsere Sprache so langsam verkommt. Vieles habe ich nicht gewusst und daher war die Lektüre an der ein oder anderen Stelle auch noch lehrreich, denn ich interessiere mich sehr für unseren Wortschatz.
Andreas Hock hat es für mich geschafft, auf humorvolle Art und Weise, aber doch auch mit dem nötigen Ernst, aufzuzeigen, wie es um unser Deutsch aussieht. Es ist nicht veraltet oder belehrend oder staubtrocken, sondern will einfach nur informieren und uns vielleicht auch mit dem Kopf drauf stoßen. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten gefühlt und kann es jedem empfehlen.
Vielleicht bemängeln manche, dass es hier nur um die negativen Aspekte geht und keine Besserungsvorschläge gemacht werden, aber genau das habe ich erwartet. Und wenn man das Ganze noch mehr ausgeführt hätte, wäre es sicher langweilig geworden.
Was ich mir gut vorstellen könnte, wäre, wenn man dieses Buch in Schulen einsetzen würde. Ich glaube nämlich, so manchem (Jugendlichen) ist gar nicht bewusst, wie er / sie spricht..
Ich bin gewiss nicht perfekt und manches ist auch durch Anerziehung in mir drin und ich weiß es einfach nicht besser, aber wieder mal frage ich mich: Seid ihr nicht stolz auf eure eigene Sprache, dass ihr sie so mit Anglizismen und 'Ghetto-Deutsch' verunstaltet? Also ich schon!

©2016 Mademoiselle Cake

..und das sagen andere:
Lesekabinett Leipzig
~
Now the world

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7 commenti:

  1. Also isch find ja echt voll fett krass mega übel cool das isch rischtisch gut deutsche Sprache kann, Brudaa... Deutsche Sprasche ist rischtiges Opfaaa.. Isch geh jetz Aaaabeit...
    *IronieOff*

    Einfach mal nachmittags eine viertel Stunde RTL einschalten und man lernt soooo viel über Sprache, wie in 12 Jahren Deutsch-Unterricht. :D
    Jugendsprache finde ich nach wie vor am Schlimmsten. Aber mir fällt schon der Unterschied auf, ob ich ein Buch lese, welches 2016 erschienen ist oder Goethes Faust, den ich übrigens so klasse fand, dass ich ihn sogar in der Schule auf Lebenszeit geliehen habe *hoffentlichsiehtdasjetzthierkeiner*
    Deine Rezension ist toll und 5 Torten?! Ich glaube, es ist soeben auf meine WuLi gewandert. ;)

    Herzliche Grüße,
    Celine

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    1. Ich finde, man muss den Schnitt gar nicht so groß machen.
      Goethe zählt jetzt nicht gerade zu meinen Lieblingsbüchern, aber Bücher von vor 50 Jahren haben auch einen ganz anderen Stil als jetzt. Die jetzigen Autoren lassen sich manchmal echt zu sehr beeinflussen an manchen Stellen. Das wirkt dann für mich auch nicht mehr authentisch, sondern ist nervig. =/

      Wenn ich mit jemanden spreche und er spricht einen Dialekt, dann finde ich das in Ordnung. Voraussetzung ist, er kann Hochdeutsch schreiben.

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  2. :D Da würde ich jetzt zu gerne ein Aufreger-Beispiel für "einen englischen Begriff für etwas, was auch auf Deutsch wunderbar klingt" wissen, Jane. ;P
    Zuerst hattest du ja gar nicht so recht Lust auf ein Sachbuch, nun hast du es also doch getan und eines gelesen und dann hat es dir auch noch so zugesagt - das freut mich, dass du mal wieder 5 Torten vergeben konntest. :)

    Ich bin Gott sei Dank nicht so viel unter Menschen, dass ich die Verunstaltung unserer Sprache so extrem mitbekomme, aber wenn ich mir manchmal das Geschreibsel z. B. auf Facebook von Wildfremden Leuten so ansehe, bekomme ich eine leichte Krise. Ich liebe die deutsche Sprache auch (eigentlich jede Sprache) und benutze sie auch richtig, ja, ich bin auch nicht perfekt - alles kann man nicht wissen - aber nach bestem Wissen benutze ich sie. Das viele Lesen erleichtert es uns natürlich auch, dabei lernt man automatisch.
    Ich finde deine Idee, dieses Buch in Schulen einzusetzen, einfach hervorragend!! Das sollte man wirklich direkt mal den Deutschlehrern unter die Nase halten, ich kann mir vorstellen, dass die, in Anbetracht der Sprache so mancher Jugendlichen, gar nicht abgeneigt werden.^^

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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    1. Verzeih mir, Celine, falls du das lesen solltest!!! *breit-grins*

      Das beste Beispiel ist mir letztens erst wieder untergekommen, als ich Celines Beitrag zum Welttag des Buches gesehen und dann auch quasi "übernommen" habe: "Let's read Classic Challenge". Klingt "Wir lesen Klassiker" weniger schön? Ich finde nicht.. ;)
      Unser Projekt hat ja zum Beispiel auch mit Absicht einen deutschen Namen bekommen. ;)

      Ja, weißt du, mit Sachbüchern ist das immer so eine Sache: Sie sollten informieren, ohne staubtrocken / langweilig zu sein. Manchmal muss man auch nur über den Anfang hinauskommen. ^^'

      Ich finde ebenfalls, es muss nicht alles perfekt sein und ganz sicher benutze auch ich Wörter, die aus anderen Sprachen kommen und deren deutsche Bedeutung ich vielleicht schon aus meinem Gedächtnis verbannt habe oder gar nicht kannte / kenne, weil sie mir keiner beigebracht hat.

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    2. Hast du eigentlich auch mal in die anderen Rezensionen rein geschaut? Die nennen auch noch interessante Aspekte..

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    3. Ganz ehrlich: Beim Beispiel "Wir lesen Klassiker" finde ich die deutsche Version sogar schöner - lässt sich für mich irgendwie einfacher und flüssiger aussprechen. ;)

      Nein, die anderen Rezensionen habe ich noch nicht angesehen, werde ich aber gleich noch tun.

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    4. Leute! Mensch, ihr werdet es kaum glauben... Ich habe tatsächlich überhaupt nicht über den deutschen Titel nachgedacht! Ich werde auf jeden Fall mal sehen, ob ich es umbenenne. Das klingt ja echt viel besser! ;)

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