📚 Janine stellt vor: Die Vergolderin



Letzte Woche haben Kathi und Zwerghuhn gezeigt, dass Schuld nie vergeht. In Woche 21 unseres Projekts "vergessene SchĂ€tze" stellt euch erneut Janine einen ihrer SchĂ€tze vor:
Zusammenfassung:

Anfang des 17. Jahrhunderts in Braunschweig. Die Geschwister Elisabeth, Marga und Christian mĂŒssen nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem griesgrĂ€migen Großvater leben. Elisabeth hilft dem alten Mann in seiner TĂ€tigkeit als Goldschmied und hat bei ihm auch die Mittel, um selbst von Zeit zu Zeit etwas zu eigenes zu vergolden. Ihre Resultate verkauft sie ĂŒber Berthold, ihrem Geliebten aus OsnabrĂŒck, mit dem sie sich immer wieder heimlich trifft.
Auf dem RĂŒckweg von einem dieser Treffen muss sich Elisabeth vor PlĂŒnderern verstecken - genauso wie Martin Clavius, ein Blinder, der ihr seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht.
Als Frau hat es Elisabeth in dieser Zeit sowieso schon nicht leicht - und dann zieht sie auch noch wegen ihren selbst vergoldeten Arbeiten den Unmut eines mĂ€chtigen Gildemanns auf sich, der keine Skrupel kennt und auch vor Mord nicht zurĂŒckschreckt. Und ausgerechnet dieses Ungeheuer von einem Mann ist der Bruder von dem Blinden, der Elisabethdamals vor den PlĂŒnderern gerettet hat ...



Janines Meinung:

Unterhaltung auf ganzer Linie. - Ich bin begeistert!

Mir ist es so leicht gefallen, von Anfang an in die Geschichte einzutauchen, da ich vor ein paar Jahren bereits die Leseprobe via vorablesen dazu gelesen habe und mich von damals noch gut erinnern konnte, was zu Beginn geschehen ist.

Schon der Einstieg fesselt enorm, da es mit Elisabeths Flucht und dem Verstecken vor den PlĂŒnderern losgeht. Und genau genommen geht es auch genauso spannend weiter, denn in Elisabeths Leben gibt es sowieso kaum Ruhe, geschweige denn Langeweile. Aufregung, Hass und Wut, unter anderem bedingt durch ihre Schwester, dem Großvater und den teilweise brutalen GildemĂ€nnern, die es auf sie abgesehen haben, dominieren Elisabeths Alltag. Lediglich ihr Bruder Christian und der eine oder andere 'nette' Mann erhellen ihr Leben ein wenig.

"Die Vergangenheit ist Ton, der gebrannt wurde. Nur die Zukunft lÀsst sich formen." (S. 77)

TatsÀchlich kann ich sagen, dass es hier keinen einzigen Lesemoment gab, der langweilig oder gar zum Abschweifen gewesen wÀre, nein. Die fesselnde Handlung zieht sich wirklich durch das gesamte Buch - bis zum Schluss!

Wer (sehr) zart besaitet ist, ist mit den paar blutigen und gewaltvoll grausigen Szenen im Buch vielleicht nicht ganz so gut bedient. Mich persönlich hat das aber weniger gestört, damit bin ich zurecht gekommen, nicht zuletzt, weil ich auch stark annehme, und das konnte man aus dem Text so auch herauslesen, dass zur damaligen Zeit Folter, Gewalt und schneller Mord gang und gĂ€be bzw. nichts allzu Außergewöhnliches war ...

"Schönheit ist ein nichtiges Ding. Du fÀllst drauf rein, Elias, und jeder andere Mann auch.
Aber wer kein Augenlicht hat, ist gefeit. Der sieht ins Herz." (S. 140)

Obwohl das Lesen meines letzten historischen Romans schon ein Weilchen her ist, fand ich, dass hier alles sehr authentisch beschrieben und dargestellt wurde. Auch das Denken und Handeln der Protagonisten war teilweise sehr altertĂŒmlich und fĂŒr mich somit absolut glaubwĂŒrdig.

Die Hauptprotagonistin Elisabeth ist eine mutige, junge Frau, die fĂŒr ihre Freiheit, ihr GlĂŒck und ein unbeschwertes Leben kĂ€mpft. Genau diese Merkmale fand ich an ihr besonders bewundernswert, da zur damaligen Zeit ja ausschließlich MĂ€nner das Sagen hatten und Frauen wirklich Schwierigkeiten bekommen konnten, wenn sie es gewagt haben, ihren Mund aufzumachen, oder gar zu widersprechen ...
Elisabeth ist eben eine völlig ungewöhnliche Frau - und daher rĂŒhren auch die Schwierigkeiten mit ihrer SchwesterMarga, dem Großvater und den mĂ€chtigen MĂ€nnern in der Stadt. Durch Elisabeths Wesen findet man hier also wahrlich eine Menge fesselnden Lesestoff!

"Blindheit, wenn sie nicht in Zorn und Bitterkeit mĂŒndete, lehrte Geduld." (S. 300)

Ich bin Ă€ußerst angenehm von diesem historischen Roman ĂŒberrascht. Ich hĂ€tte anfangs nicht erwartet, dass ich mich so sehr in diese Geschichte fallen lassen könnte. - Aber ja, genau das ist geschehen. Durch die rasante Handlung war ich eigentlich dauergefesselt, wenn man das so ausdrĂŒcken kann.
Dieses Buch schafft es einfach auf ganzer Linie zu unterhalten. - Ein klarer 5-Sterne-Fall!

©2015



Meinungen von anderen Lesern:




Na, was meint ihr?
Habt ihr das Buch schon gelesen? (hinterlasst doch einen Link zu eurer Rezension und ich verlinke auch euch)
- Empfindet ihr genauso?
- Habt ihr eher eine andere Meinung davon?
- Wandert das Buch direkt auf eure Wunschliste?
- Liegt es gar schon auf dem SuB?

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2 commenti:

  1. Obwohl ich ja sehr gerne historische ROmane lese, muss ich gestehen, von Helga Glaesener noch nie etwas gelesen zu haben - aber dieses Buch klingt so spannend, das ist direkt mal auf meine Wunschliste gewandert!

    Danke fĂŒr den Tipp!

    LG Sabine

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    1. Ich habe die Woche mal geschaut, aber ich habe nur 2 andere BĂŒcher der Autorin auf meinem SuB.. Wenn ich die mal lesen sollte und mir der Schreibstil gefĂ€llt, wird sicher auch dieses bei mir einziehen. :)

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