✎ Lilly Lindner - Die Autobiographie der Zeit


Titel: Die Autobiographie der Zeit
Autor: Lilly Lindner
Verlag: Droemer
Ersterscheinung: 2016
Genre: Roman
gelesen als: Hardcover
Rezension vom: 14.08.16








Klappentext:

Ich malte Dünen in den Sand und Löcher in den Boden. Ich zündete Vulkane an und löschte Seen aus. Ich wurde übermütig, als ich den Mut verlor. Ich warf mit Wasser, es wurde zu Hagel. Ich warf mit Sand, er wurde zu Stein. Ich warf eine Feder, da flog ein Vogel davon, und ich weinte, weil ich wusste, es war nur ein Traum. “

Lilly Lindners neuer Roman ist eine faszinierende Geschichte über die Zeit – voller Weisheit und Poesie.



meine Meinung:

Ich dachte, Lilly Lindners Bücher könnte ich blind kaufen.. Nachdem mir 'Was fehlt, wenn ich verschwunden bin' und 'Splitterfasernackt' so super gefallen haben, wollte ich auch unbedingt die anderen Werke von ihr lesen.. und warum nicht mit dem neusten beginnen?!
Leider konnte es mich überhaupt nicht überzeugen..

Vielleicht wollte die Autorin wirklich mal was Neues wagen - nicht nur (wahre) Geschichten über Menschen schreiben. Für mich jedoch hat das Buch schon während des Lesens an Bedeutung verloren und nun - ein paar Tage später - weiß ich schon nicht mehr genau, was genau geschehen ist - wenn denn etwas geschehen ist..

In ihren anderen beiden Werken bin ich versunken - hier habe ich einfach keinen Zugang gefunden.. Mir sind zwar einige Zitate ins Auge gefallen, aber durch die Tatsache, wie das Buch aufgebaut ist, denke ich, dass einfach manchmal auch zu viel unterbrochen wurde. Man könnte die Kapiteleinteilungen vielleicht auch als Luftholen sehen, aber ich muss nicht nach jedem Satz Luftholen oder nachdenken. Durch die Einteilung hat mir Frau Lindner manchmal etwas aufzwingen wollen, was ich so nicht gemocht habe.

Ich denke, Lilly Lindner hat sich hier einer Herausforderung gestellt, die sicher gelungen ist: Ausbrechen aus der Masse. Die schwermütige Sprache, die Kapiteleinteilungen, der Verlauf einer (für mich nicht vorhandenen) Geschichte, die Interpunktion, die (nicht)Greifbarkeit des Inhaltes,..

Es ist kein Werk, was man so runterliest. Sprachgewalt, für die die Autorin bekannt ist, spricht auch aus diesen Zeilen. Am Inhalt fehlte es mir aber.
Es ist sicher eine nette Kleinigkeit - für jemanden, der etwas damit anfangen kann. Mir wird es jedoch leider nicht lange in Erinnerung bleiben..

©2016 Mademoiselle Cake



Zitate:

"In der grenzenlosen Weite der Unendlichkeit gibt es nur eine Grenze - die im Gehirn eines Menschen." (S. 11)

"Ich sah mich um und wusste: Einsamkeit - das sind Menschen. In einem besetzten Raum." (S. 28)

"Ich liebte Musik. Bis ich mich in der Stille verlor." (S. 43)

"»Hass hat genauso viele Buchstaben wie Liebe. Nur dass Liebe einen mehr hat.«" (S. 53)

"»Die Zeit an und für sich ist simpel - es gibt Entscheidungen, die man trifft, und Entscheidungen, von denen man getroffen wird.«" (S. 63)

"Gewalt ist eine Sprache, die keine Übersetzung braucht." (S. 103)

"Solange wir Schönheit definieren, werden wir sie niemals finden." (S. 213)



..und das sagen andere:

dunkelbunt
~
The Book Thief
~
Steffis Bücherkiste

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9 commenti:

  1. Oh Jane, mach mir keine Angst! Ich dachte auch, dass ich Lilly Lindners Bücher blind lesen kann und das Buch hier steht noch ganz weit oben auf meiner Wunschliste. :-/ Soviel ich bisher verstanden habe, findet in dem Buch gar keine Handlung statt, stimmt das? Gibt es da einen Protagonisten oder ist einfach eine sprachgewaltige Philosophiestunde mit der Zeit?

    Alles Liebe! :)

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    1. Eine Handlung im klassischen Sinne sucht man vergebens. Man muss sich vor Augen führen, dass es tatsächlich 'Die Autobiographie der Zeit' ist. Ich hatte es eher als Metapher gesehen und war vielleicht deshalb enttäuscht..

      Ich mein, ich habe damals 'Was fehlt, wenn ich verschwunden bin' als erstes von ihr gelesen - dank dir! :D - und war total geflasht. Mit Worten weiß Lilly Lindner umzugehen - auch hier. Aber mir hat das diesmal nicht gereicht..

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    2. Okay, aber ich werde es trotzdem lesen. Ich glaube, dass ich bisher noch nicht wirklich ein belletristisches Buch gelesen habe, dem die Handlung fehlt, also zumindest kann ich mich nicht dran erinnern. Mal sehen, wie es mir gefällt. :-))

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  2. Oje mir geht es gerade genauso wie Janine. "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" war mein Highlight des letzten Jahres und ich habe es nahezu jedem in meinem Umfeld empfohlen. Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt, begeistert und erschreckt, ja ich musste sogar ein kleines Tränchen verdrücken, was ich bei Büchern normalerweise wirklich nie mache. Aber da ich ein Fan von Sprachgewalt bin, werde ich es vielleicht trotzdem wagen...

    Ganz liebe Grüße
    Kathi

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    1. Seid ihr nicht im Urlaub?!? xD

      Ich denke, wenn man es nicht als komplexe Geschichte betrachtet - denn das ist es nicht -, sondern einfach was sprachlich sehr Tolles für Zwischendurch möchte, kann man es sicher mögen.

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    2. Ja noch zwei Wochen. :) Aber wir haben glücklicherweise WLAN, d.h. ich habe ein wenig Zeit durch andere Blogs zu stöbern. Neue Beiträge kann ich allerdings nicht schreiben, weil Blogger auf dem iPad nicht richtig funktioniert. Außerdem ist es so auch mal ganz entspannend. :)

      Ich bin noch etwas unschlüssig, ob ich dieses Buch lesen soll, ich werde es mal im Auge behalten...

      Ganz liebe Grüße
      Kathi

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  3. Ich habe von Lilly LIndner bisher ncihts gelesen, weil mich die Themen einfach nicht angesprochen haben. Aber alle sind ja begeistert von ihrem Schreibstil - deshlab war ich sehr neugierg auf dieses Buch. Zum Glück habe ich vorher eine Leseprobe gelesen - und die hat mir gar nciht gefallen - schon hier habe ich einen roten Faden vermisst...

    Schade, dass dich das Buch nicht fesseln konnte.

    LG Sabine

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    1. Also ich finde ihren Schreibstil auch toll, aber man muss auch die Geschichten mögen, die sie schreibt - das ist nicht für jedermann etwas..

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Ich freu mich, wenn du mir etwas sagen magst.