📚 Sabine stellt vor: Die Schwestern von Sherwood



Letzte Woche begaben wir uns mit BlaueLotusbluete auf die Jagd nach einem SchlĂ€chter. In Woche 24 unseres Projekts "vergessene SchĂ€tze" stellt euch Sabine einen weiteren ihrer SchĂ€tze vor:
Klappentext:

1948: Die angehende Journalistin Melinda kĂ€mpft im Nachkriegsberlin ums tĂ€gliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rĂ€tselhaftes Paket erhĂ€lt. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur fĂŒhren die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stĂ¶ĂŸt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunĂ€chst ahnt…



Sabines Meinung:

Im Nachkriegsberlin erhĂ€lt die angehende Journalistin Melinda ein rĂ€tselhaftes Paket, dem neben Liebesbriefen und Zeichnungen aus dem alten England eine Schachfigur beiliegt. Sie ist neugierig und fragt sich, wer ihr dieses Paket hat zukommen lassen. Ihre Recherchen fĂŒhren sie schon bald nach Dartmoor zu einem alten Herrenhaus. Viele Geschichten ranken sich um den malerischen und geheimnisvollen Ort, so auch die der beiden Schwestern von Sherwood. Im Jahre 1881 ist Cathleen nun der ganze Stolz der Familie Sherwood, nachdem ihre hĂŒbsche Schwester Amalia nach einer Erkrankung taub ist. Doch die Schwestern verbindet ein unsichtbares Band, das kann auch die Mutter, die die Behinderung Amalias als Makel empfindet und sie am weiteren Aufstieg der Familie im gesellschaftlichen Rang hindert, nicht durchbrechen. Sie plant Böses, doch so leicht lĂ€sst sich Amalia nicht unterkriegen. Doch was verbindet die beiden Schwestern mit Melinda und was hat es mit dem rĂ€tselhaften Paket auf sich?

Mitreißend und bewegend ist diese Familiengeschichte, die in zwei Zeitebenen spielt und mich mitgenommen hat ins historische England und ins Berlin der Nachkriegszeit. Claire Winter alias Claudia Ziegler (bekannt auch durch ihre wundervollen historischen Romane) versteht es geschickt, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Die beiden ErzĂ€hlstrĂ€nge sind jeweils klar voneinander getrennt, so dass ich keinerlei Probleme hatte, mich in der jeweiligen Geschichte zurechtzufinden. Dabei ist der Sprachstil angenehm zu lesen und ansprechend, durch die vielen Beschreibungen und die bildhafte Sprache konnte ich mir sowohl Berlin, noch in TrĂŒmmern und Schutt liegend, gut vorstellen, als auch Dartmoor mit seinen Geheimnissen und der unheimlichen Stimmung. Die Autorin hat es wirklich geschafft, AtmosphĂ€re zu erzeugen und mich in die Geschichte hineinzuziehen, als ob ich selber dabei gewesen wĂ€re.

Melinda ist eine sehr sympathische Frau, die auch in der schweren Zeit nach dem 2. Weltkrieg versucht, ihren Weg zu gehen. Als angehende Journalistin ist ihre natĂŒrliche Neugierde nur hilfreich, ihr Selbstbewusstsein hilft ihr, sich nicht so schnell unterkriegen und einschĂŒchtern zu lassen. 

Auch die beiden Sherwood-Schwestern sind mir sympathisch, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein können. Gerade Amalia hat eine ganz rĂŒhrende Art, die mir wirklich gefallen hat. Trotz ihres „Makels“ lĂ€sst sie sich nicht unterkriegen, ihr Mut und ihre Zielstrebigkeit konnten mich wirklich begeistern. Ihre Beziehung zu ihrer Schwester Cathleen ist liebevoll, die schwesterliche Verbundenheit beeindruckend. Cathleen wiederum ist eher ein romantischer Charakter – sie glaubt an die Liebe und wĂŒnscht sich nichts sehnlicher als eine eigene kleine Familie. Doch ihre Rolle ist tragisch, gerĂ€t sie doch ohne ihr eigenes Zutun zwischen die Fronten und kann ihr GlĂŒck leider nicht finden.

Wirklich beeindruckt hat mich das Thema der Taubheit im 19. Jahrhundert: hier hat die Autorin sehr gut recherchiert und wunderbar beschrieben, wie sich Amalia mit ihrer Behinderung arrangiert und die zu dieser Zeit schon sehr ausgetĂŒftelte GebĂ€rdensprache anwendet. Was Amalia fĂŒhlt, wie die Menschen mit ihr umgehen und wie sie die DemĂŒtigungen, die ihr entgegen gebracht werden, aushalten kann, all das ist wirklich sehr eindringlich beschrieben und hat mich tief beeindruckt.

Der Roman vereint wirklich alles, was ich bei Schmökern so liebe: ein spannendes Familiengeheimnis, eine ansprechende Kulisse, sympathische Charaktere und nicht zuletzt eine wenn auch tragische Liebesgeschichte – ich bin beim Lesen eingetaucht in andere Welten und kann dieses Buch wirklich uneingeschrĂ€nkt empfehlen!

©2013



Meinungen von anderen Lesern:

Martina von Martinas Buchwelten


Na, was meint ihr?
Habt ihr das Buch schon gelesen? (hinterlasst doch einen Link zu eurer Rezension und ich verlinke auch euch)
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- Wandert das Buch direkt auf eure Wunschliste?
- Liegt es gar schon auf dem SuB?

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2 commenti:

  1. Hallo Jane,
    und wieder eines meiner LieblingsbĂŒcher! ich liebe BEIDE Romane der Autorin, die ich bereits gelesen habe. Hier der link zu meiner Rezi von "Die Schwestern von Sherwood":
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/2013/07/die-schwestern-von-sherwood-claire.html
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Martina

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    1. Willst du nicht doch bei unserer Aktion mitmachen? Du scheinst auch einige SchÀtze zu kennen?! ;)

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