­čśí DACh-Region

Als ich vorliegenden 'Aufreger des Monats' anfing und die ├ťberschrift w├Ąhlte, lautet diese zuerst "Rezensionsexemplare". Aber schon beim Schreiben merkte ich, dass man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgeht, dass dieser Artikel das beinhaltet, was auf unendlich vielen Blogs schon diskutiert wurde: Rezensionsexemplare und ob die Blogger daf├╝r bezahlt werden, wenn sie eine Rezension schreiben.

Das aber ist ├╝berhaupt nicht mein Gedanke hinter diesem AdM - da ├╝berlasse ich lieber anderen das Feld, denn dieses Thema interessiert mich nicht, da es jeder f├╝r sich entscheiden sollte.

Bei mir geht es dieses Mal darum, was es allgemein (f├╝r mich) bedeutet, Rezensionsexemplare zu bekommen. (oder auch nicht) Was es somit mit der ├ťberschrift auf sich hat, wird bald im Text klar werden..

Ich merke, dass mich immer mehr anschreiben - sowohl Verlage als auch Autoren. Das freut mich nat├╝rlich, denn alles kann man nicht im Auge behalten und so durfte ich schon das ein oder andere tolle Buch kennenlernen.

Nat├╝rlich frage ich auch hin und wieder ein Buch als Rezensionsexemplar an. Dies jedoch geht bei mir gerade fast gegen 0.

Der Grund? Ich m├Âchte nicht mehr wie ein Bittsteller auftreten (m├╝ssen).

Es gibt wunderbare Portale, bei denen man sehr leicht Rezensionsexemplare anfragen kann. Immer mehr Verlage scheinen dies auch umzusetzen, um noch leichter noch mehr Blogger zu erreichen und um dadurch noch mehr fast kostenlose Werbung zu bekommen.

Ich finde dies auch nicht weiter schlimm, denn wer als Blogger / Leser nicht damit einverstanden ist, der braucht sich ja nicht um solche Sachen zu k├╝mmern.

Was mich aber arg an dieser Sache ├Ąrgert und st├Ârt, ist, dass ich gut genug bin, meine Meinung zu schreiben und zu streuen, aber nur wenige bereit sind, mir ein Print zu ├╝berlassen, weil ich nicht in der DACh-Region leben.

Sorry, aber ich blogge auf deutsch - ich spreche also Deutschsprachige an. Ich bin selber Deutsche, komme urspr├╝nglich aus Deutschland. Ich arbeite in einer Gruppe in der Firma, in der nur Deutsch gesprochen wird. In dieser Gruppe sind einige Leser - und wir lesen deutsche B├╝cher.

Die Kollegen kaufen sich ihre B├╝cher auch immer in Buchhandlungen, manche ├╝ber das (deutsche) Internet oder sogar, wenn sie in Deutschland sind. Nat├╝rlich haben nur wirklich gro├če Buchhandlungen in meiner N├Ąhe deutsche B├╝cher im Sortiment und mit Sicherheit ist es nicht der Hauptumsatz, aber ich denke, auch mit meinem Blog trage ich dazu bei, dass einzelne sich das ein oder andere Buch anschauen / kaufen.

Warum werde ich dann ausgegrenzt, nur weil ich nicht in einer deutschsprachigen Region lebe? ? ?

Ich finde, Verlage und Autoren, die ihre B├╝cher anbieten, sollten sich mal wirklich mit den Blogs und deren Betreiber auseinander setzen. Ist ein Blog, der nur sporadisch gef├╝hrt wird und keine anderen / weniger Plattformen bedient wirklich berechtigter (hier f├Ąllt mir einfach nicht das passende Wort ein), Printb├╝cher als Rezensionsexemplare zu erhalten, als meiner, nur weil er / sie in Deutschland, ├ľsterreich oder der Schweiz lebt? Scheinbar schon, denn genau das erleb(t)e ich immer wieder.

Das, wor├╝ber ich ja dann auch immer lachen muss, weil es einfach nur traurig ist, ist die Tatsache, dass dieses "Wohnsitz in Deutschland, ├ľsterreich oder der Schweiz haben" sich auch schon auf die Blogs und deren Gewinnspiele eingeschlichen hat. Dabei spielt es (oft) gar keine Rolle, ob ein Print oder ein eBook verlost wird.

Warum? (frage ich euch) Das Porto zu mir ist nicht 1 Cent teurer als nach ├ľsterreich oder in die Schweiz. Ein eBook zu verschicken kostet gar nichts - egal wo der Leser wohnt. Was genau hat diese Ausgrenzung also f├╝r eine Bedeutung? Ich glaube, die Blogger, die diese Phrase benutzen, wissen es selbst nicht..

Mir geht es nicht grunds├Ątzlich darum, alle Rezensionsexemplare als Print zu bekommen, denn man wei├č, dass ich auch meinen Kobo liebe. Mir geht es aber ums Prinzip. Ich m├Âchte selbst entscheiden, ob ich ein Print oder ein eBook anfrage. (wenn schon beides angeboten wird) Und ich m├Âchte als Blogger aus Italien nicht anders behandelt werden als Blogger aus Deutschland, ├ľsterreich oder der Schweiz - ich bringe mindestens die gleiche Leistung wie sie.

Das traurigste Beispiel, was ich letztens erst erlebt habe, m├Âchte ich mal kurz schildern:

Ich hatte ein Backbuch angefragt und habe daf├╝r extra eine E-Mail geschrieben und meine Situation erkl├Ąrt. Ich muss dazu sagen, dass ich keine Backb├╝cher als eBooks mag, denn in denen m├Âchte ich wahrhaftig immer wieder bl├Ąttern und vor allem auch Anmerkungen machen k├Ânnen. Au├čerdem sind Backb├╝cher das einzige "Genre", welches ich nicht vertausche - ├╝ber 30 St├╝ck sind bereits in meinem Besitz. Als Antwort bekam ich dann dies zu lesen:

"[...] vielen Dank f├╝r Ihre Nachricht. leider haben wir zu diesem Titel nur ein sehr kleines Kontingent an Rezensionsexemplare, aber ich kann Ihnen nat├╝rlich gerne das e-book anbieten. Ich schicke Ihnen gleich eine Mail mit einem e-ticket. Das ist nat├╝rlich nicht dasselbe aber ich w├╝nsche Ihnen trotzdem viel Spa├č beim Backen uns Ausprobieren. [...]" (die E-Mail kam genau so bei mir an - also auch mit den Schreibfehlern)

Was mich daran st├Ârt ist ganz einfach:
a) Man hat gar nicht meine Antwort abgewartet, ob ich das eBook wirklich haben mag.
b) Wenn das Kontingent bereits ersch├Âpft ist, wie kann man dann noch eBooks rausschicken?

Dieser Absender hat es sich also mehr als einfach gemacht. Aber dann reagiere ich auch (mittlerweile) mehr als einfach: n├Ąmlich gar nicht! Ich hab mir das Buch runtergeladen, um mal durchzubl├Ąttern, aber ich werde nie etwas daraus backen, weil ich, wie gesagt, mit meinem Kobo nicht in der K├╝che hantiere. Das sind zwei Sachen, die passen f├╝r mich einfach nicht zusammen.
Vielleicht besorge ich es mir irgendwann selbst als Print. Und ganz vielleicht schreibe ich dann auch eine Meinung dazu. Aber gewiss nicht im Bezug auf das, was hier vorausgesetzt wurde.

Ich habe jedenfalls f├╝r mich pers├Ânlich beschlossen: Wenn derjenige, der eine ehrliche Meinung von mir haben m├Âchte, nicht bereit ist, mir daf├╝r ein Printexemplar zukommen zu lassen, weil ich au├čerhalb der DACh-Region lebe, dann soll er / sie es lieber sein lassen. Ich bin nicht auf euch angewiesen und ihr nicht auf mich. Aber ich f├Ąnde es nett, wenn man auf alle Seiten eingehen k├Ânnte - wir k├Ânnen beide nur gewinnen.


Wie ist eure Meinung dazu?
Was habt ihr f├╝r Erfahrungen gemacht?
Ist euch das ├╝berhaupt schon mal aufgefallen?
Findet ihr meine Reaktion vielleicht ├╝bertrieben / nicht angemessen?


Ich freu mich auf einen
netten & fairen Meinungsaustausch!
Jane

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2 commenti:

  1. Hi Jane,

    was f├╝r ein tolles Thema, das genau in Worte fasst, was mich schon oft besch├Ąftigt hat! Ich bin n├Ąmlich auch Deutsche, lebe aber schon seit einigen Jahren in Bulgarien, was viele Verlage/ Autoren anscheinend v├Âllig abschreckt - als ginge es darum, die B├╝cher irgendwohin in die Arktis zu schicken.

    Noch ├Ąrgerlicher finde ich es aber, wenn bez├╝glich Versand geschrieben wird, dass innerhalb der EU verschickt wird - und dann kommt kleiner geschrieben ein Zusatz mit ausgeschlossenen L├Ąndern, die dann genau wie selbst Bulgarien zur EU geh├Âren. Dabei kostet der Versand eines durchschnittlichen P├Ąckchens aus Deutschland nach Bulgarien meist nur 1, 2 Euro mehr als wenn man innerhalb der DACh-Zone verschickt! Da frage ich mich sehr oft: ,,Wieso? Warum diese Ausgrenzung?"

    Auf jeden Fall ist das ein fantastischer Beitrag von dir! Ich finde deine Reaktion nicht ├╝bertrieben

    LG Julia

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    1. Wenn der Versand h├Âher ist, kann ich es noch nachvollziehen. Aber ich habe gerade nochmals geschaut.. und eine Buchsendung ist auch zu dir nicht teurer als nach ├ľsterreich oder in die Schweiz. (genau wie zu mir)

      Aber egal! Ich habe meinen Frust jetzt einmal raus gelassen und konzentriere mich nun wieder auf die sch├Ânen Seiten des Lesens und Bloggens. Auf Leute, die mich nicht wollen, kann ich verzichten - ich habe keine Energie zu verschenken, sondern investiere diese lieber in angenehme Sachen. :)

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