✎ Joy Fielding - Das Herz des Bösen


Titel: Das Herz des Bösen
Autor: Joy Fielding
Übersetzer: Kristian Lutze
Verlag: Goldmann
Ersterscheinung: 2012
Genre: Thriller
gelesen als: eBook
Rezension vom: 22.01.17








Klappentext:

Valerie Rowe ist in keiner beneidenswerten Lage. Sie muss nicht nur der Tatsache ins Auge blicken, dass ihr Mann Evan sie wegen einer jüngeren Frau verlassen will. Eine Verkettung von Umständen führt auch noch dazu, dass sich Valerie plötzlich mit ihrer pubertierenden Tochter und ihrer verhassten Rivalin gemeinsam in einem entlegenen Luxushotel in den Bergen wiederfindet. Doch die Schönheit der Natur ist trügerisch, denn in der Weite der Wälder hat sich kurz vorher eine grausame Mordserie ereignet - und Valerie ahnt nicht, dass sie sich geradewegs auf einen mörderischen Abgrund zu bewegt ...



meine Meinung:

Ich war mal sehr, sehr großer Joy-Fielding-Fan - und bin es auch jetzt noch teilweise -, jedoch überlege ich mir ernsthaft, ob ich noch weitere übersetzte Werke der Autorin lese, denn die letzten waren nicht mehr das, was ich erwartete..

Der Anfang war wirklich heftig. Ich dachte: "Da passiert mal wieder was!" Es wird direkt Spannung aufgebaut und der Leser wird geködert. Die Ernüchterung folgte jedoch sofort.

Ich mein, es sagt ja schon viel aus, wenn auf den Büchern auf einmal "nur" noch Roman steht und nicht mehr (Psycho)Thriller. Jedoch würde ich dieses Werk aufgrund seiner teilweise brutalen Stellen schon in den Bereich 'Thriller' stecken.

Meine Gedanken gingen zum ersten Mal nebenbei in eine andere Richtung: Wie viel Freiheit hat der Übersetzer bzw. wie viel Freiheit nimmt er sich heraus?

Der Schreibstil ist teilweise so gähnend langweilig und holprig, dass ich ihn wirklich nicht mit früheren Werken von Fielding in Einklang bringe. Auch die Charaktergestaltung und -ausarbeitung entspricht nicht dem, was ich gewöhnt bin. Liegt es also vielleicht an der Übersetzung? Mir fehlt leider die Muse, ein komplettes Buch in Englisch zu lesen, um dies bestätigt oder widerlegt zu bekommen.

Es sind zudem einige Durststrecken dabei. Und die Handlung wirkt so konstruiert, dass ich mich fragte, ob der Schriftstellerin mittlerweile einfach die Ideen ausgehen!? Im Leben würde keiner so handeln. Ebenso die Klischees, die hier verarbeitet wurden, zerstören einen Teil der Glaubwürdigkeit.

Es ist eines der schlechtesten Bücher, die ich von der Autorin bisher in die Hand bekam. Vielleicht sind meine Ansprüche mittlerweile gestiegen, aber ich bin der Meinung, Joy Fielding kann es besser! Wenigstens habe ich mir noch ein paar Zitate rausschreiben können..

Es gibt von mir also absolut keine Empfehlung.

©2017 Mademoiselle Cake



Zitate:

"Kinder kamen ohne Gebrauchsanweisung, [...]" (S. 9)

"»Das Alter ist bloß eine Zahl. Es ist unwichtig.«" (S. 56)

"»Es ist egal, wie du mich nennst. Es hat nichts damit zu tun, wer ich bin.«" (S. 58)

"»Ich hab ihm gesagt, ich würde erst wieder mit ihm reden, wenn er sich entschuldigt hat. Blöd, nicht? Ich meine, was nützt eine Entschuldigung, wenn es jemandem gar nicht leidtut?«" (S. 94)

"»[...] Aber man muss mit den Karten leben, die das Schicksal einem zuteilt.« »Und wenn ich ein paar davon eintauschen will?« »Dann musst du mit jemand anderem spielen. [...]«" (S. 162)



..und das sagen andere:

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2 commenti:

  1. Oh je - das liest sich ähnlcih wie meine Rezension. Ich hatte Joy Fielding auch nur in guter Erinnerung und hatte dann zu diesem Hörbuch gegriffen - und habe es ähnlcih empfunden wie du. Ist immer schade, wenn einen ein geliebter Autor so enttäuscht.

    LG Sabine

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    1. Hab mir jetzt erstmal schnell deine Rezension durchgelesen.. (und werde dich oben mit verlinken :))

      Früher, als ich noch keine Rezensionen geschrieben habe, habe ich wahrscheinlich einfach nur gelesen und kein bisschen bewertet - vielleicht rührt daher meine positive Meinung von Joy Fielding, denn ich habe bereits alle (bis auf 'Die Schwester') von ihr gelesen und merke einfach, dass, seitdem ich sie bewerte, sie nicht mehr so gut wegkommt.
      Ich habe schon überlegt, ob ich die Autorin einfach mal resete, ohne jegliche Erwartungen an ihre Werke gehe und sie "neu" entdecke - sie also von meiner Lieblingsautorenliste streiche.
      Irgendwann wird es ja soweit kommen, dass ich die alten Werke nochmals lese, um eine Meinung abtippen zu können - und ich bin gespannt, wie diese dann ausfallen wird..
      In letzter Zeit bin ich aber eher enttäuscht von ihren Werken.

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