Rezension: Julie Caplin - Romantic Escapes 1 Das kleine Café in Kopenhagen
Klappentext:
Ein grummeliger Journalist, eine engagierte Pressefrau und eine bunte Reisegruppe im bezaubernden Kopenhagen
Kate bleibt nur verdammt wenig Zeit: Sechs Journalisten soll sie für das Lebensgefühl der Dänen begeistern. Fünf Zusagen hat sie bereits. Der sechste Kandidat ist der renommierte Redakteur Benedict Johnson - doch der hält nichts von Lifestyle und Hygge und schon gar nichts von gesponserten PR-Reisen. Kein Wunder, dass zwischen ihm und Kate sogleich die Fetzen fliegen, als er von seinem Chef zu der Reise verdonnert wird. Kate hat fünf Tage, um Ben zu überzeugen. Fünf Tage, um sich nicht in den attraktiven Mistkerl zu verlieben.
meine Meinung:
Nachdem zunächst Band 12 der Romantic-Escapes-Reihe, „Das kleine Zuhause in Prag“, bei mir eingezogen war und kurz darauf „Die kleine Villa in Italien“ folgte - nicht zuletzt, weil die Geschichte in meiner neuen Heimat spielt -, wurde mir schnell klar, dass die Bücher stärker miteinander verbunden sind, als ich zunächst gedacht hatte. Als ich bemerkte, dass eine Nebenfigur aus Band 11 zur Hauptfigur von Band 12 wird, stand für mich fest: Ich möchte die Reihe von Anfang an lesen. Also landete als Nächstes „Das kleine Café in Kopenhagen“ von Julie Caplin auf meinem Stapel.
Ich hatte Lust auf eine Geschichte, die mich für ein paar Stunden aus dem Alltag herauszieht und an einen anderen Ort mitnimmt. Genau das gelingt diesem Roman mühelos. Bereits nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, durch die Straßen Kopenhagens zu schlendern, den Duft von Zimtschnecken in der Nase und das berühmte dänische Hygge-Gefühl direkt vor Augen. Die Autorin hat ein bemerkenswertes Talent dafür, Schauplätze atmosphärisch einzufangen und Fernweh auszulösen. Gerade die vielen kulinarischen Details und die liebevoll beschriebenen Cafés machen einen großen Teil des Charmes aus.
Der Schreibstil bleibt durchgehend leicht und flüssig, wodurch sich der Roman schnell lesen lässt. Besonders geeignet ist er für ruhige Abende oder eine unaufgeregte Urlaubsphase. Die Idee der Pressereise nach Kopenhagen bringt Struktur in die Handlung, ergänzt durch eine heterogene Journalistengruppe, die für Dynamik sorgt.
Kate steht im Zentrum der Geschichte als ehrgeizige PR-Fachkraft in einem kompetitiven Umfeld. Der berufliche Kontext wirkt solide angelegt, bleibt jedoch relativ zurückhaltend ausgearbeitet. Der Bezug zur Autorin, die selbst aus dem PR-Bereich kommt und Erfahrung mit Pressereisen hat, erklärt die Authentizität einzelner Details. Gleichzeitig bleibt das Thema berufliche Entwicklung gegenüber der Liebeshandlung deutlich im Hintergrund.
Ben fungiert als Gegenpol zu Kate. Seine zunächst zynische Haltung wirkt distanziert und nicht immer zugänglich, entwickelt sich im Verlauf jedoch nachvollziehbar weiter. Die Figurenzeichnung bleibt insgesamt funktional, ohne starke Brüche oder Überraschungen.
Die Handlung folgt klar erkennbaren Mustern des Genres. Die romantische Entwicklung ist früh absehbar, ebenso die grundlegende Ausrichtung auf ein harmonisches Ende. Die Stärke liegt weniger in der Spannung als in Atmosphäre und Tonalität. Gleichzeitig reduziert genau diese Berechenbarkeit die Wirkung einzelner Szenen, da kaum narrative Unschärfen oder unerwartete Wendungen entstehen. Figuren bleiben teilweise schematisch, während die Stadt Kopenhagen deutlich stärker profiliert ist als die Charaktere.
Der Roman erfüllt konsequent die Erwartungen eines Feel-Good-Romans. Leichtigkeit, kulinarische Eindrücke und die dichte Beschreibung des Settings stehen im Vordergrund. Emotional stärkere Ausschläge oder inhaltliche Risiken werden kaum gesetzt, was die Lektüre angenehm, aber begrenzt intensiv macht.
Kopenhagen bleibt als literarischer Schauplatz im Gedächtnis. Die Kombination aus Atmosphäre, visuellen Eindrücken und kulturellen Details trägt die Handlung wesentlich. „Das kleine Café in Kopenhagen“ funktioniert damit als klassischer Auftakt der Reihe: zugänglich, stimmungsvoll, klar ausgerichtet auf Wohlfühllektüre ohne Anspruch auf narrative Komplexität.
©2026 Mademoiselle Cake
buchige Daten:
Titel: Das kleine Café in Kopenhagen
Reihe: Romantic Escapes
Band: 1
Text: Julie Caplin
Übersetzung: Christiane Steen
Verlag: rororo
Ersterscheinung: 2018
Genre: Liebesroman
Medium: Taschenbuch
Rezension vom: 22.05.26
Reiheninformation:
2. Die kleine Bäckerei in Brooklyn
3. Die kleine Patisserie in Paris
4. Das kleine Hotel auf Island
5. Der kleine Teeladen in Tokio
6. Das kleine Chalet in der Schweiz
7. Das kleine Cottage in Irland
8. Die kleine Bucht in Kroatien
9. Das kleine Schloss in Schottland
10. Das kleine Weingut in Frankreich
11. Die kleine Villa in Italien
13. Das kleine Landhotel in Portugal
