Rezension: Joy Fielding - Home, Sweet Home
Klappentext:
Nach einem traumatischen Erlebnis zieht Maggie mit ihrer Familie nach Palm Beach Gardens in Florida. Sie hofft, in der gepflegten Gegend mit den freundlichen Nachbarn ihre Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Doch dann verlässt sie ihr Mann, und auch die Idylle ihres Viertels erweist sich als trügerisch: Eine lautstarke Auseinandersetzung im Haus gegenüber, zwielichtiger Besuch nebenan, spitze Bemerkungen bei einem gemeinsamen Grillfest. Schnell gerät Maggie zwischen die Fronten und muss um ihre und die Sicherheit ihrer Kinder fürchten. Und als an einem heißen Sommermorgen der Knall eines Schusses die Stille zerreißt, ist allen klar: Hier ist mehr passiert als ein gewöhnlicher Nachbarschaftsstreit ...
meine Meinung:
Ich war früher ein riesiger Joy-Fielding-Fan. Seit ich ihren Roman "Lauf, Jane, lauf" gelesen hatte - damals noch in der Schule -, wollte ich unbedingt all ihre Werke kennenlernen.
Mit der Zeit stellte ich allerdings fest, dass nicht alles ein Psychothriller ist, was sie schreibt, sondern sich hin und wieder auch (psychologische) Romane darunter befinden. Das ist an sich nicht schlimm, aber wenn die Bücher anders vermarktet werden, geht man eben auch mit anderen Erwartungen an sie heran. Und irgendwann merkte ich auch, dass mir längst nicht alles gefällt, was sie schreibt. Ist genauso wenig schlimm.
2018 hatte ich einige ihrer Werke (nochmals) gelesen, um sie zu rezensieren. Danach legte ich erst einmal eine Pause ein, um nicht in einen Tunnel zu geraten.
Anschließend nahm ich mir vor, jedes Jahr zumindest das Buch zu lesen, das neu von ihr auf dem deutschen Markt erscheint. Hat nicht so richtig geklappt, aber bald bin ich wieder auf dem neuesten Stand. Ich kann die Finger eben nicht von ihr lassen.
An "Home, Sweet Home" bin ich ohne große Erwartungen herangegangen. Auf dem Cover wird das Buch als "Roman" bezeichnet, und auch ich würde es eher als psychologischen Spannungsroman denn als Psychothriller einordnen.
In der Danksagung schreibt Joy Fielding selbst, dass es sich um ihren 29. Roman handelt. Seit 1972 veröffentlicht sie Geschichten. Bei mittlerweile so vielen Jahren schriftstellerischer Tätigkeit und rund 30 Büchern ist es natürlich nicht verwunderlich, dass sie bereits die unterschiedlichsten Themen aufgegriffen hat. Trotzdem merkt man manchen ihrer Geschichten gewisse Wiederholungen leider auch an.
So geschehen in "Home, Sweet Home" ...
Wir begleiten fünf unterschiedliche Familien, deren Geschichten zunächst parallel verlaufen. Nach und nach begegnen sich die Figuren, und ihre Schicksale werden immer stärker miteinander verwoben.
Dabei treffen wir auf ganz unterschiedliche Menschen und Problemlagen. Typisch für Joy Fielding stellt sie fünf ganz unterschiedliche Formen familiärer Dysfunktionalität nebeneinander Zentrale Themen sind unter anderem Trauma, Angst, Generationenkonflikte, Sucht, Arbeitslosigkeit, Alkoholprobleme, fehlende Selbstständigkeit, häusliche Gewalt und Machtmissbrauch.
Das klingt nach einer ganzen Menge und ist gerade zu Beginn auch wirklich herausfordernd. Es fällt nicht immer leicht, die einzelnen Familien und ihre Geschichten auseinanderzuhalten. Mit der Zeit zeichnen sich jedoch immer deutlichere Bilder ab.
Mit manchen habe ich mitgelitten, bei anderen wollte ich am liebsten eingreifen, und manchmal blieb mir einfach der Mund offen stehen.
Trotz der unterschiedlichen Schicksale und der vielen Verknüpfungen hat sich die Geschichte an der einen oder anderen Stelle für mich etwas gezogen. Nicht alle Handlungsstränge konnten mich gleichermaßen fesseln.
Daher würde ich diesen psychologischen Spannungsroman nicht zu den besten Werken von Joy Fielding zählen. Gut unterhalten hat er mich aber trotzdem.
©2026 Mademoiselle Cake
buchige Daten:
Titel: Home, Sweet Home
Text: Joy Fielding
Übersetzung: Kristian Lutze
Verlag: Titel
Ersterscheinung: 2021
Genre: psychologischer Roman
Rezension vom: 03.11.26
