Rezension: Maria Venturi - Amore heißt Liebe
Klappentext:
DAS GLÜCK KANN MAN NICHT FESTHALTEN
Die temperamentvolle Laura findet nach einer Reihe von Fehlschlägen endlich einen Mann, der ihr gewachsen ist: Marco, ihre große Liebe. Mit ihm genießt sie die schönste Zeit ihres Lebens und gibt sich romantischen Zukunftsplänen hin. Dann aber, als beide am unbeschwertesten sind, erfährt Laura, daß sie keine Kinder haben kann. In ihrer Verzweiflung entfremdet sie sich zusehends von Marco. Doch so schnell geben beide nicht auf.
meine Meinung:
„Amore heißt Liebe“ von Maria Venturi wäre ehrlich gesagt nie auf meiner eigenen Leseliste gelandet. Es war eher ein Zufallsfund, weitergereicht von einer Freundin. Und doch hatte der Klappentext etwas, das hängen blieb. Vielleicht war es die leise Hoffnung auf ein Stück Italien zwischen den Seiten, vielleicht einfach die Aussicht auf eine emotionale Geschichte, die nicht geschniegelt daherkommt.
Der Roman liest sich mühelos. Der Stil ist klar, unaufgeregt, ohne sprachliche Experimente. Das sorgt für Tempo, aber auch dafür, dass wenig nachwirkt. Es fehlt an Momenten, die wirklich überraschen oder sich festsetzen. Die Geschichte funktioniert, bleibt dabei jedoch auf einer eher flachen Ebene.
Inhaltlich greift das Buch schwere Themen auf: unerfüllter Kinderwunsch, Depressionen, Untreue. Konflikte, die Beziehungen nicht nur belasten, sondern grundlegend verändern können. Genau hier liegt der ambivalente Kern des Romans. Er wagt sich an viel, verliert dabei aber an Klarheit und Fokus.
Laura als Hauptfigur ist dabei der schwierigste Zugang. Ihre Zerrissenheit wirkt nicht nahbar, sondern distanziert. Ihr Verhalten bleibt oft unverständlich, ihre Entscheidungen kreisen stark um sie selbst. Das erschwert jede Form von Empathie. Statt Mitgefühl entsteht eher ein Gefühl von Abgrenzung.
Auch die Handlung leidet darunter. Zentrale Konflikte werden mehrfach variiert, ohne sich wirklich weiterzuentwickeln. Das bremst den Erzählfluss und verstärkt den Eindruck, dass sich die Geschichte stellenweise im Kreis bewegt.
Und dennoch entfaltet der Roman eine Wirkung, die sich nicht ganz abschütteln lässt. Nicht wegen seiner erzählerischen Stärke, sondern wegen seines Themas. Unaussgesprochenes verschwindet nicht. Es staut sich an, arbeitet im Verborgenen und bricht irgendwann auf - oft mit voller Wucht.
Genau da trifft „Amore heißt Liebe“ einen wunden Punkt. Geheimnisse und verdrängte Gefühle können Beziehungen zerstören oder verändern. Eine einfache Lösung gibt es nicht. Der Roman zeigt eher, wie brüchig dieses Gleichgewicht ist.
Am Ende bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Erzählerisch nicht konsequent, inhaltlich jedoch nah an realen Konflikten. Kein Buch, das lange nachhallt - aber eines, das in einzelnen Momenten einen Nerv trifft.
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buchige Daten:
Titel: Amore heißt Liebe
Text: Maria Venturi
Übersetzung: Monika Cagliesi-Zenkteler
Verlag: Kabel
Ersterscheinung: 2001
Genre: Liebesroman
Rezension vom: 21.04.26
