✎ Toni Feller - Das Gesicht des Todes


Titel: Das Gesicht des Todes
Untertitel: Authentische Mordfälle
Autor: Toni Feller
Verlag: Heyne
Ersterscheinung: 2011
Genre: Sachbuch
gelesen als: eBook
Rezension vom: 11.02.17







Klappentext:

Hautnah erzählt – Nervenkitzel pur

In einem Waldstück wird die lichterloh brennende Leiche einer jungen Frau gefunden – Kopf und Hände fehlen. Bald gerät der Freund der Toten ins Visier der Fahnder, doch erst nach intensiven Ermittlungen kommen sie dem Täter auf die Spur. Diesen und acht weitere spektakuläre Mordfälle aus seiner Praxis deckt Kriminalhauptkommissar Toni Feller hier auf. Packend vermittelt er ein authentisches Bild der Polizeiarbeit, das zeigt: Nichts ist spannender und aufwühlender als die Realität!



meine Meinung:

Vor einiger Zeit habe ich schon 'Die Samaritermaske' von Toni Feller gelesen - ich interessiere mich schon immer für wahre Begebenheiten.

Der Autor versucht mit diesem Werk (erneut) einen Einblick in seine Arbeit zu geben. Nicht immer waren die Fälle interessant und manchmal verlor er sich in Beschreibungen, die keiner Erwähnung bedurften. Ich brauchte zudem wirklich lange, um am Buch zu bleiben und es zu Ende zu lesen - zwischendurch hatte ich es sogar mal weggelegt.

Ich hätte mir gewünscht, dass er ein paar aktuellere Ereignisse verwendet. Es spielt zwar keine Rolle, wann Verbrechen begannen werden - sie sind immer grausam -, aber dann hätte ich mit dem Hintergedanken gelesen, dass ich davon eventuell schon einmal etwas im TV gesehen / gehört habe - und so etwas schürt die Neugierde bei mir immer noch.

Ebenso fand ich seine Sichtweisen nicht immer gelungen.
Er ist eine Person des öffentlichen Lebens. Natürlich darf er seine Meinung haben und mitteilen und vertreten. Aber es sollte dem Leser doch ebenfalls möglich sein, sich seine eigene zu bilden.

Herr Feller ist kein Schriftsteller - das merkt man seinem Werk (leider) an. Dennoch war es nicht minder interessant, ihn zu begleiten, auch wenn er sich oftmals selbst auf die Schulter klopft. Den letzten Sachverhalt - der Fall über Heinrich Pommerenke - habe ich nicht so richtig einordnen können, denn als der Schwerverbrecher inhaftiert wurde, war der Verfasser selbst erst im Kindesalter.

Alles in Allem bin ich eher zwiegespalten, ob ich die Publikation empfehlen mag. Auf der einen Seite sind solche authentischen Mordfälle immer interessant für mich - zumal hier wirklich das Augenmerk meist auf die Aufklärung des Mordes gelegt wurde. Auf der anderen Seite fehlt einfach ein bisschen der Feinschliff. Es ist definitiv kein Buch, welches man wie einen Roman herunterliest, aber für zwischendurch ist es doch recht gut geeignet.

©2017 Mademoiselle Cake



Zitate:

"Dazu reicht es eben nicht, das Geschehen nur zu berichten,
sondern man muss sich schon mit der Geschichte im Detail befassen,
um zu begreifen, wozu Menschen, insbesondere psychisch gestörte, fähig sind." (S. 97)


"»Lebenslänglich heißt in Deutschland nicht bis zum Ende des Lebens.
Gewöhnlich kommen Lebenslängliche nach 15 Jahren frei« [...]
»In Amerika ist das nicht so. [...] Dann ist es also besser, wenn ich in Deutschland vor Gericht gestellt werde,[...]« (S. 196)

"Um sich nicht auf die gleiche Stufe wie die von Mördern zu stellen und insbesondere auch in Anbetracht möglicher Fehlurteile, muss sich, wie vor über 50 Jahren bereits der Ankläger Pommerenkes feststellte, eine rechtsstaatliche Demokratie die enormen Kosten einfach leisten können, die solche Straftäter in der Haft verursachen.
Aber vielleicht sollte man an maßgeblicher Stelle einmal ernsthaft darüber nachdenken, diese krassen Außenseiter einer Gesellschaft einer Zwangsarbeit zuzuführen, damit sie zumindest finanziell, und wenn auch nur teilweise, den von ihnen angerichteten Schaden wiedergutmachen und ihr Brot selbst verdienen, anstatt vom Staat ein Leben lang durchgefüttert und mit Fernsehapparat sowie anderen Annehmlichkeiten in ihrer Zelle verwöhnt zu werden." (S. 325)

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