­čôÜ Sabine stellt vor: Vom Ende der Einsamkeit


Letzte Woche hat Janine einen Frauenroman pr├Ąsentiert, welchen ich eher in das Genre 'Drama' einordnen w├╝rde. In Woche 57 unseres Projekts "vergessene Sch├Ątze" stellt euch Sabine einen weiteren ihrer Sch├Ątze vor:
Inhalt:
„Jules und seine Geschwister Marty und Liz sind grundverschieden, doch ein tragisches Ereignis pr├Ągt alle drei: Beh├╝tet aufgewachsen, haben sie als Kinder ihre Eltern durch einen Unfall verloren. Obwohl sie auf dasselbe Internat kommen, geht jeder seinen eigenen Weg, sie werden sich fremd und verlieren einander aus den Augen. Vor allem der einst so selbstbewusste Jules zieht sich immer mehr in seine Traumwelten zur├╝ck. Nur mit der geheimnisvollen Alva schlie├čt er Freundschaft, doch erst Jahre sp├Ąter wird er begreifen, was sie ihm bedeutet – und was sie ihm immer verschwiegen hat. Als Erwachsener begegnet er Alva wieder. Es sieht so aus, als k├Ânnten sie die verlorene Zeit zur├╝ckgewinnen, doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein.“



Sabines Meinung:
Ein wunderbares Buch, das mich sehr ber├╝hrt und direkt in mein Herz getroffen hat - es war mein erstes Buch von Benedict Wells, aber ganz sicher nicht mein letztes!

Das Buch ist eine wunderbare Mischung aus Entwicklungsroman und Liebesgeschichte, melancholisch und ber├╝hrend, ohne jemals kitschig zu sein, und spendet am Ende trotzdem Mut und Hoffnung. Auf mich hat die Geschichte von der ersten Seite an einen unglaublichen Sog ausge├╝bt, obwohl das Buch im eigentlichen Sinne nicht spannend ist, konnte ich es dennoch kaum aus der Hand legen, so tief war ich in die Geschichte eingetaucht, wollte Jules, den Protagonisten, einfach nicht alleine lassen und habe ihn auf all seinen H├Âhen und Tiefen sehr gerne begleitet. Und dabei ist das Buch sehr authentisch – es gibt nicht nur tolle und sch├Âne Erlebnisse, ganz im Gegenteil. Das Buch schreibt das Leben, es gibt Berg- aber auch Talfahrten. Ich habe mit Jules gelacht, aber auch geweint und gerade das letzte Drittel hat mich tief ber├╝hrt. Und auch wenn sich am Ende nicht alle Probleme in Luft aufl├Âsen, habe ich das Buch doch mit einem guten Gef├╝hl im Bauch zugeschlagen. Denn auch wenn nicht alles immer nur gut l├Ąuft, schafft es der Autor dem Leser Mut zu machen, Mut, das Leben zu nehmen wie es ist, Entscheidungen zu treffen und immer daran zu denken, dass man selber entscheiden kann, dass man eine Wahl hat.

Die Geschichte ist aus Jules Sicht in Ich-Form geschrieben, so emotional und ehrlich, dass er mir nicht nur sympathisch war, sondern ich mit ihm gef├╝hlt habe und ihn in sehr vielen Punkten einfach nur richtig gut verstehen konnte. Dabei ist der Schreibstil sehr gef├╝hlvoll und warm, feinf├╝hlig und voller Poesie – ich konnte einfach nicht genug kriegen von den vielen sch├Ânen S├Ątzen und Gedanken, die in diesem Buch auftauchen. Doch auch wenn es Jule ist, der seine Geschichte erz├Ąhlt, spielen auch seine Geschwister Liz und Marty eine gro├če Rolle und sind mir sehr ans Herz gewachsen. Unterschiedlich wie sie sind, sucht jeder einen anderen Weg, dem Schmerz und Kummer zu entgehen - und auch wenn sie sich eine Zeit lang aus den Augen verloren haben, finden sie am Ende doch wieder zusammen und stellen sich gemeinsam als Familie den T├╝cken des Lebens.

Die Charaktere sind einfach wunderbar gezeichnet. Sie haben Tiefe und wirken wie aus dem Leben gegriffen, weil sie nicht einfach nur gut sind, sondern Ecken und Macken haben, die einen vielleicht mal verzweifeln lassen, sie aber dadurch sehr authentisch und echt wirken lassen. Gerade Jules habe ich mit seiner melancholischen Art sehr ins Herz geschlossen, diese Traurigkeit, die ihn in gro├čen Teilen seines Lebens begleitet, hat mich oft mitf├╝hlen und auch leiden lassen, und oft habe ich ihn einfach nur zu gut verstanden. Alva, seine Schulfreundin, die er nach Jahren wiedertrifft, ist eine sehr starke Figur, die auf mich wie ein Fels in der Brandung wirkte, obwohl auch sie ihr P├Ąckchen zu tragen hatte. Wie sie das Leben angeht, ihm manches Mal zu strotzen wei├č und in so vielen Situationen W├╝rde und St├Ąrke demonstriert – das hat mir sehr gefallen. Auch Romanow, Liz, Marty und Elena sind Charaktere, die durch ihre Pers├Ânlichkeit ├╝berzeugten – die einen leiser, die anderen lauter, aber alle haben mir auf ihre jeweils eigene Art gefallen.

Mich hat dieses Buch wirklich beeindruckt – ich habe mit gelitten und gef├╝hlt, habe gelacht und geweint und trotzdem am Ende ein gutes Gef├╝hl im Bauch gehabt. Diesem Buch gebe ich gerne 5 von 5 Sternen und freue mich nun auf weitere Werke des Autors.

Mein Fazit
Ein ber├╝hrender Roman, der mich beeindruckt hat mit seinen sympathischen und sehr authentischen Charakteren und einem emotionalen Schreibstil, der einen eigenen Sog auf mich ausge├╝bt hat und voller Poesie und Feinf├╝hligkeit ├╝berzeugt. Die Geschichte selber ist ruhig und fesselt dennoch, eine Mischung aus Entwicklungsroman und Liebesgeschichte – ber├╝hrend und melancholisch und zu keinem Zeitpunkt kitschig. Ich bin sehr angetan von diesem Buch und gebe 5 von 5 Sternen.

©2016



Meinungen von anderen Lesern:

Janine von Meine Welt der B├╝cher




Na, was meint ihr?
Habt ihr das Buch schon gelesen? (hinterlasst doch einen Link zu eurer Rezension und ich verlinke auch euch)
- Empfindet ihr genauso?
- Habt ihr eher eine andere Meinung davon?
- Wandert das Buch direkt auf eure Wunschliste?
- Liegt es gar schon auf dem SuB?

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