✎ Daniela Arnold - Tränenmädchen


Titel: Tränenmädchen
Autor: Daniela Arnold
Verlag: Selfpublisher
Ersterscheinung: 2017
Genre: Krimi
gelesen als: Taschenbuch
Rezension vom: 10.06.17




Klappentext:

Wie weit würdest du gehen, um jene zu schützen, die du am meisten liebst?

Ein seit 20 Jahren vermisstes Mädchen, ein mysteriöser Todesfall und ein Dorf, dessen Bewohner über Leichen zu gehen scheinen. Mathildas Leben gerät aus den Fugen, als sie hinter ein düsteres Familiengeheimnis kommt. Ihre Schwester kam nicht wie bisher geglaubt bei einem Unfall ums Leben, sondern verschwand spurlos vor 20 Jahren während eines Schüleraustauschs am Lake District in England. Bei ihren Nachforschungen stößt Mathilda auf einen mysteriösen Todesfall. Ein junges Mädchen aus Ravenstonedale starb exakt an dem Tag, an dem Mathildas Schwester verschwand. Als sie herausfinden will, ob und wie die beiden Fälle zusammenhängen, stößt sie auf eine Mauer aus Schweigen und Hass, gerät bald selbst in tödliche Gefahr. Was haben die Bewohner der englischen Kleinstadt zu verbergen?



meine Meinung:

Als ich den Klappentext las, dachte ich, das ist mal wieder eine gute Gelegenheit, um sich mit anderen auszutauschen, denn ein Thriller beherbergt eigentlich viel Potenzial, über das man reden kann.

Anfangs war ich auch in der Geschichte drin, denn der locker leichte Schreibstil der Autorin trägt einen förmlich durch die Story. Es gibt Beschreibungen, die die Fantasie anregen und einem weis machen wollen, man sei selbst am Ort des damaligen Geschehens. Dabei wird Daniela Arnold jedoch nie ausschweifend, sondern bringt die Sachen knackig auf den Punkt, um die Spannung auf einem gewissen Level zu halten.

Leider war mir persönlich aber zu viel Mister Zufall unterwegs. Was 20 Jahre vorher keinen Polizisten interessiert zu haben schien, wird nun in knapp 2 Wochen von einer Zivilperson aufgeklärt. Ich hatte ehrlich nicht mit einer Überfliegerin gerechnet, die rein nach Bauchgefühl entscheidet und oft (immer?) richtig liegt.

Auch sind mir die Beweggründe nicht ausreichend. Und die Verdächtigen kann man mit ein wenig Fingerspitzengefühl direkt (aus)sortieren.

Meiner Meinung nach hätte man hier super mit Rückblicken arbeiten können, um dem Ganzen ein bisschen mehr Pfiff zu geben. Vielleicht hätte es dadurch eine Spannungskurve gegeben. Denn auch wenn diese auf einem gewissen Level gehalten wurde, war es doch nie so, dass ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte nun weitergeht - ich konnte das Buch bequem aus der Hand legen.

Ich denke, hier ist ein super Ansatz gegeben, aber ein paar Seiten mehr hätten dem Krimi - es ist definitiv kein Thriller - wirklich gut getan. Mehr Tiefe, mehr Details von damals, weniger Intuition, mehr Realismus - das sind Sachen, die ich mir bei dieser Lektüre gewünscht habe.

Da bereits andere Werke der Autorin erschienen sind und mir der Schreibstil gut gefiel, werde ich mich mal dort umschauen, ob mir ein anderer Thriller von ihr nicht vielleicht mehr zusagt.

©2017 Mademoiselle Cake



Zitate:

"»Genau das ist doch das Heimtückische daran. Dass wir Menschen sehen, was wir sehen wollen. Fühlen, was wir fühlen wollen. Es ist uns nicht gegeben, hinter die Fassade anderer Menschen zu blicken. Wir lassen uns von Äußerlichkeiten blenden, schließen uns im Zweifel der Hysterie der Masse an, verurteilen vorschnell.«"



..und das sagen andere:

nichtohnebuch

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3 commenti:

  1. Huhu - Austausch kann ich leider nicht anbieten, da ich das Buch selbst nicht kenne, was wohl nun auch so bleiben wird. Wenn der Zufall überhand nimmt bin ich schon abgeneigt und wenn auch das Mitermitteln keine Freude bringt, weil es vorhersehbar ist - dann nein, denn das muss bei einem Krimi/Thriller gegeben sein - Überraschungsmoment Täter, wenn es nicht von Beginn an klar ist.

    Liebe Grüße und einen feinen Abend dir!
    Janna

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    1. Kennst du denn andere Bücher der Autorin? Sie ist mir hin und wieder schon begegnet, dies war jedoch die erste Geschichte, die ich von ihr gelesen habe.

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    2. Bislang kannte ich nicht mal die Autorin ;) Zu mindestens vom namen her, vielleicht ist mir mal bei einer Rezension eines ihre Bücher unter gekommen? Wüsste ich jetzt aber nicht ...

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