✎ Jenke von Wilmsdorff - Wer wagt, gewinnt


Titel: Wer wagt, gewinnt
Untertitel: Leben als Experiment
Autor: Jenke von Wilmsdorff
Ersterscheinung: 2014
Genre: Erfahrung
gelesen als: eBook
Rezension vom: 08.12.16








Klappentext:

Ob Extremreporter Jenke von Wilmsdorff mit der Polizei von Ciudad Juãrez, der gefährlichsten Stadt der Welt, unterwegs ist, oder von Afrika nach Lampedusa mit einem Flüchtlingskahn übersetzt - von Ängsten lässt er sich nicht beherrschen. Dies hat er in seinen bekannten Experimenten, in denen er sich riskantesten körperlichen und geistigen Herausforderungen stellt, immer wieder bewiesen.

Doch das war nicht immer so. Ganz im Gegenteil. Der Journalist kennt die Ängste, die ausbremsen und eingrenzen, die Neues im Leben verhindern und Veränderungen unmöglich machen. Dies hatte Jenke satt. Er hat sich den Ängsten gestellt und ihre Muster durchschaut. Seinen Zielen im Leben stehen sie heute nicht mehr im Weg. Was hinter den negativen Gedanken steckt und wie diese im Alltag in positive Energie umwandelt werden können, schreibt er in seinem Buch. Denn wenn man weiß, wie man seine Ängste beherrscht, stehen einem alle Türen offen. Alle!



meine Meinung:

Ich "kenne" Jenke von Wilmsdorff noch aus meiner Zeit in Deutschland. Damals habe ich nicht oft eingeschaltet, wenn er im TV zu sehen war - dafür schau ich viel zu wenig -, aber wenn ich seine Experimente verfolgte, dann mit großem Interesse.

Wenn ich an den Autor denke, kommt mir automatisch auch immer Joey Kelly in den Sinn, dessen Buch 'Hysterie des Körpers' ich damals auch mit einiger Anteilnahme gelesen habe. Irgendwie gleichen sich diese beiden Menschen, aber sie unterscheiden sich auch grundlegend.

Von Wilmsdorff sagt von sich selbst ja, dass er vor jedem Abenteuer immer erstmal recherchiert hat - ohne wären manche Sachen auch gar nicht möglich gewesen. Ich finde es auch gut, dass er mehrere (extreme) Bereiche des Lebens anspricht. Jedoch hatte ich manchmal das Gefühl, dass er vergisst, wer er ist.

Er möchte mit seinem Buch Menschen Mut machen, die Hoffnung nicht aufzugeben und Ängste zu überwinden - er hat es ja schließlich auch geschafft. Ganz ehrlich? Wenn ich eine Kamera bei mir hätte, würde ich mich vielleicht auch mehr trauen - die Leute wollen so etwas schließlich sehen. Heißt dies aber nun, dass auch ich mich in lebensgefährliche Situationen bringen muss, um als stark zu gelten?

Mir erschließt sich nicht ganz, was der Schriftsteller mit diesem Buch erreichen mag. Will er auf extreme Umstände in der Welt aufmerksam machen? (Flüchtlingskrise, die gefährlichste Stadt der Welt,..) Will er zeigen, was er für sich erreicht hat? Will er darstellen, was für ein ach so tolles Leben er hat?

Weniger ichbezogen, dafür realitätsnaher wäre dieses Buch richtig genial gewesen. Wie gesagt, ich mag seine Reportagen, welche fürs Fernseh gedacht sind und da auch Aufmerksamkeit erregen - dort gehören sie hin und man spricht zu Recht über sie.
Bei diesem Buch habe ich mir leider erwartet, dass er sich mal besinnt und schaut, wie man im Leben wirklich gewinnen und seine Ängste real besiegen kann - denn das war doch eigentlich sein Anliegen.

Es gibt noch Bilder im Anschluss, aber die kann man sich auch sparen..

Ich kann das Buch eingeschränkt weiterempfehlen.
Wenn man es unter dem Aspekt, unter dem es vermarktet wird, nämlich ein Ratgeber für das eigene Leben, betrachtet, wird man enttäuscht werden. Wenn man Jenke von Wilmsdorff aus dem TV kennt und vielleicht nicht alles gesehen hat, dann bekommt man hier noch ein paar Einblicke in seine außergewöhnlichen Aktivitäten.

©2016 Mademoiselle Cake



Zitate:

"Klar, sollte man gewisse Dinge im Kopf mal durchgegangen sein, bevor man sie umsetzt. Aber wir sollten uns nicht durch zu viele Bedenken und Ängste davon abbringen lassen, das anzugehen, was wir eigentlich wollen." (S. 17)

"Mein Umweg führte mich zu meiner persönlichen Hauptstraße. Und diese Hauptstraße wurde in den vergangensen [sic!] Jahren für mich zu einer gut ausgebauten Autobahn." (S. 99)

"[...] ausschließlich auf das Positive konzentrierte und dem Negativen keinen Raum ließ, [...]" (S. 155)

"Erschosse Menschen, die auf der Straße liegen, kenne ich auch nur aus dem Fernseh." (S. 164)

"[...] Warten Sie nicht darauf, dass das Glück eines Tages bei Ihnen anklopft. Gehen Sie dem Glück entgegen, [...]" (S. 187)



..und das sagen andere:

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