Rezension: Philip Cassirer - Was kostet ein Yak?
Klappentext:
Was kostet eigentlich ein Yak? Ist ein Esel billiger? Oder soll man doch auf einen Sherpa zurückgreifen? Antworten auf all diese und noch viel mehr Fragen bietet dieser Reisebericht.
Philip Cassirer hat sich nach seinem Grafikstudium mit zwei Freunden auf den Weg gemacht, um durch Nepal, Indien und Bangladesch zu reisen. Aus seinen Skizzen und Notizen während der Reise ist dieser Comic entstanden, der eine perfekte Ergänzung zum handelsüblichen Reiseführer ist. Philip Cassirer zeigt üppige Bilder in Cinemascope und Technicolor, und die Lektüre erzeugt automatisch Fernweh.
meine Meinung:
Ich fand „Was kostet ein Yak? Von heiligen Kühen und heiligen Bergen“ von Philip Cassirer nur zufällig in unserer Aussortierkiste.
Der Autor dokumentiert eine Reise durch Nepal, Indien und Bangladesch in Form einer Graphic Novel, basierend auf eigenen Skizzen und Erinnerungen. Cassirer fängt dabei in seinen Panels Alltagsszenen und Besonderheiten der Orte gut ein.
Ich war noch nie in dieser Region und habe auch nicht vor, dorthin zu reisen, weil ich Fernreisen meide und gerne in unserem Land bleibe. Die Hoffnung, durch das Buch einen authentischen Einblick in andere Kulturen zu bekommen, wurde nur teilweise erfüllt, denn das Werk präsentiert eher Episoden als tiefere Einsichten. Der Eindruck entsteht, dass zu viele Stationen abgehandelt werden, um jedem Ort oder jeder Begegnung Raum zu geben, was Lesende, die eine intensivere Auseinandersetzung erwarten, enttäuschen kann. Mitunter hatte ich den Eindruck, dass dem Illustrator ein tieferes Gespür für die Kultur fehlt.
Die visuelle Umsetzung ist zwiespältig. Die Zeichnungen vermitteln die Reiseroute und viele Eindrücke, wirken aber gelegentlich zu dunkel, so dass Details schwer zu erkennen sind. Im Vergleich zu klassischen Reisebildern entsteht weniger ein Gefühl des Dabeiseins als vielmehr ein flüchtiger Blick durch die Augen des Autors.
Was mich besonders störte, war der häufige Einsatz englischer Sätze mitten im deutschen Text. Für mich war das kein Verständnisproblem, doch wenn jemand ein Buch auf Deutsch erwartet, wirkt das fehl am Platz und kann den Lesefluss stören.
Insgesamt hat dieser Reisebericht für mich als Graphic Novel nicht gut funktioniert. Zu viele Stationen, zu wenig Tiefe, zu oberflächlich in der Darstellung von Menschen und Kulturen. Die Idee, Erlebnisse in Bildern und Text zu verknüpfen, ist interessant, doch bleibt das Ergebnis hinter dem zurück, was ich mir von einem kulturvermittelnden Buch erhofft hatte. Ich sehe in diesem Buch eine charmante, wenn auch fragmentarische Reiseliteratur, die eher Stimmungen als echte Erkenntnisse transportiert.
©2026 Mademoiselle Cake
buchige Daten:
Titel: Was kostet ein Yak?
Untertitel: Von heiligen Kühen und heiligen Bergen
Text: Philip Cassirer
Illustrationen: Philip Cassirer
Verlag: Carlsen
Ersterscheinung: 2013
Genre: Graphic Novel / Reisen
Medium: Hardcover
Rezension vom: 11.01.26

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