Rezension: Barbara Rose - Das Bücherschloss 1 Das Geheimnis der magischen Bibliothek
Klappentext:
Die Welt der Bücher ist in Gefahr
Becky kann ihr Glück kaum fassen: Gemeinsam mit ihrem Vater Professor Ignaz Librum und ihrem Streifenhörnchen Lotti wird sie ein Schloss bewohnen. Was für ein Traum! Dass es sich hier um kein gewöhnliches Schloss handelt, finden Becky und ihr neuer Freund Hugo bei ihrer ersten Erkundungstour heraus: Wie durch ein Wunder gelangen die beiden in ein geheimes Stockwerk mit einer riesigen Bibliothek. Hier warten drei magische Wesen seit Jahren auf eine ganz besondere Person. Eine Person, die Kontakt zur Bücherwelt aufnehmen und sie auf diese Weise vor dem Vergessen bewahren kann ...
Der Auftakt einer wundervoll-magischen Abenteuerreihe
meine Meinung:
Diese Reihe steht seit zwei Jahren fast vollständig in unserer Schulbibliothek. Bisher kannte ich allerdings nur die Titel, nicht aber den Inhalt. Letztens habe ich mich gefragt, wem ich die Bücher empfehlen könnte, und deshalb beschlossen, erst einmal selbst hineinzulesen.
Der Plot von "Das Bücherschloss 1 Das Geheimnis der magischen Bibliothek" von Barbara Rose klang vielversprechend - vor allem für Kinder, die gerne lesen.
Auf der Rückseite ist von einem Mädchen und einem Jungen die Rede, weshalb ich davon ausging, dass beide eine wichtige Rolle spielen würden. Damit hätte die Geschichte viele Kinder ansprechen können, auch wenn auf dem Cover nur Becky zu sehen ist. Nach Hugos Einführung wird allerdings schnell deutlich, dass die Autorin Becky stärker in den Mittelpunkt rücken möchte. Hugo wird dagegen teilweise mit Klischees beschrieben und scheint zunehmend in den Hintergrund zu treten. Das finde ich schade, denn es braucht zwar starke Mädchenfiguren in der Literatur, aber dafür muss eine andere Figur nicht zwangsläufig an Bedeutung verlieren.
Auch die Darstellung der beiden als Lesende überzeugt mich nicht ganz. Hugo wird zunächst als echte Leseratte eingeführt, die ständig ein Buch unter dem Arm trägt. Später wird jedoch betont, dass Becky viel mehr liest als er. Das passt für mich nicht recht zusammen und verstärkt den Eindruck, dass sie gegenüber Hugo bevorzugt wird. Ob beide letztendlich die besondere Fähigkeit besitzen, Kontakt zur Bücherwelt aufzunehmen, ist mir am Ende ebenfalls nicht ganz klar.
Beckys Entwicklung hin zu den Büchern vollzieht sich für meinen Geschmack viel zu schnell. Zwar wird erklärt, weshalb sie sich von Geschichten abgewandt hat und inzwischen nur noch Sachbücher liest, doch der Weg zurück zur erzählenden Bücherwelt erfolgt beinahe unmittelbar. Auch an anderen Stellen hätte ich mir mehr Zeit für die Entwicklung der Figuren und den Aufbau der magischen Welt gewünscht. Das Buch wird vom Verlag ab acht Jahren empfohlen. Beim Lesen hatte ich allerdings den Eindruck, dass an manchen Stellen zulasten der Geschichte gekürzt wurde, um sie für diese Altersgruppe zugänglich zu machen. Ob das tatsächlich der Grund ist, lässt sich natürlich nicht sagen.
Darüber hinaus hätte ich mir einen stärkeren Bezug zu bekannten Märchen und Kinderbuchgeschichten gewünscht. Abgesehen von Schneewittchen scheinen die Geschichten innerhalb der Handlung frei erfunden zu sein. Gerade hier hätte die Autorin meiner Meinung nach mehr aus ihrer Grundidee machen können. Die erste der erfundenen Geschichten wird zudem so plump eingebunden, dass sich der weitere Verlauf schnell erahnen lässt.
Auch mit der wiederholten Aussage, Töchter seien häufig wie ihre Mütter, konnte ich wenig anfangen. Was Barbara Rose damit vermitteln möchte, erschließt sich mir nicht wirklich, und für die Handlung scheint mir dieser Gedanke kaum relevant. Statt eine allgemeine Behauptung aufzustellen, hätte sie Beckys Beziehung zu ihrer Mutter und mögliche Ähnlichkeiten zwischen den beiden stärker in den Mittelpunkt rücken können.
Die Illustrationen von Annabelle von Sperber sind in Orange, Grau und Schwarz gehalten. Diese Farbgebung gefällt mir ausgesprochen gut. Die Bilder drängen sich nicht auf, begleiten die Geschichte passend und lockern den Fließtext immer wieder auf. Mit dem Zeichenstil selbst kann ich dagegen weniger anfangen. Die Figuren blicken häufig auf eine merkwürdige Weise zur Seite, ohne dass für mich ein erkennbarer Grund dafür vorliegt. Auch die unnatürlich langen und stark gekrümmten Finger sind mir negativ aufgefallen.
Am Ende wartet ein ordentlicher Cliffhanger. Das ist grundsätzlich in Ordnung, schließlich ist die Geschichte als Reihe angelegt. Allerdings wird die Spannung innerhalb des ersten Bandes für meinen Geschmack nicht konstant genug gehalten. Ein offenes Ende allein reicht für mich nicht aus, um unbedingt zum nächsten Teil greifen zu wollen. Trotz der vielversprechenden Grundidee hat mich der Auftakt deshalb nicht vollständig überzeugt.
©2026 Mademoiselle Cake
buchige Daten:
Titel: Das Geheimnis der magischen Bibliothek
Reihe: Das Bücherschloss
Band: 1
Text: Barbara Rose
Übersetzung: Titel
Illustrationen: Annabelle von Sperber
Verlag: Loewe
Ersterscheinung: 2021
Genre: Kinderfantasy
Altersempfehlung: ab 8
Rezension vom: 13.10.26
Reiheninformation:
2. Der verzauberte Schlüssel
3. Eine uralte Prophezeiung
4. Ein verhängnisvoller Pakt:
5. Der tintenschwarze Schlafzauber
6. Schülerin der dunklen Magie
7. Der verwunschene Drache

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