📚 Janine stellt vor: Die verborgene Sprache der Blumen



Letzte Woche haben Kathi und Zwerghuhn euch mal wieder mit auf Verbrecherjagd genommen. In Woche 39 unseres Projekts "vergessene SchĂ€tze" stellt euch erneut Janine einen ihrer SchĂ€tze vor:
Klappentext:

Victoria - stachelig wie eine Distel und zart wie eine Orchidee

Die elternlose 18-jĂ€hrige Victoria hĂ€lt jeden, der ihr nahekommen will, auf Abstand. Nur durch Blumen und deren Bedeutung kann sie ihre zarte und gefĂŒhlvolle Seele zeigen. Als kleines MĂ€dchen hat sie diese Sprache erlernt, im glĂŒcklichsten Jahr ihres Lebens. Als sie nun einen jungen Mann kennenlernt, der ihre Sprache versteht, schwankt sie wieder zwischen Weglaufen und Bleiben ...



Janines Meinung:


Bis sich die Angst in Vertrauen umwandelt ...


Die erste Frage, die man sich stellt, wenn man die Buchbeschreibung liest: wieso interessiert sich ein rebellischer Teenager fĂŒr so zarte, sanfte Geschöpfe wie Blumen? Was kann ein Mensch wie Victoria daran nur so faszinierend finden?
Nun, die Antwort darauf erschließt sich einem recht schnell. Victoria ist selbst ein sehr zerbrechliches, dĂŒnnhĂ€utiges Wesen. In ihrer Kindheit und Jugend ist sie von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergegeben worden, fast so, als wĂ€re sie ein Mensch ohne GefĂŒhle, dem das nichts ausmacht. Vertrauen aufbauen hat nie funktioniert. Victoria sagt selbst, dass sie noch nie jemanden lĂ€nger als ein halbes Jahr gekannt hat, wenn man ihre Sozialarbeiterin außer Acht lĂ€sst.
Da wundert es mich nicht, dass sie zu einem 'schwierigen' Teenager geworden ist, und sich lieber fĂŒr Pflanzen, als ihre Mitmenschen, begeistert. Eine Blume kann dich nĂ€mlich nicht verletzen oder enttĂ€uschen ...

Mich hat Victorias Geschichte von Anfang an bewegt. VerstĂ€ndnis fĂŒr einen Teenager aufzubringen, der ziemlich launisch ist und immer genau das Gegenteil von dem tut, um was man ihn bittet, fiel mir anfangs zwar schwer, aber schon bald lernt man als Leser Victorias Innenleben kennen und das hat dazu gefĂŒhrt, dass ich mich automatisch immer auf ihre Seite gestellt habe. Mein MitgefĂŒhl fĂŒr Victoria ist von Seite zu Seite gewachsen. Und ich habe ihr so sehr gewĂŒnscht, dass sie eines Tages ein glĂŒckliches, angstfreies Leben mit Menschen, denen sie vertraut, fĂŒhren kann.

ErzÀhlt wird hier aus zwei verschiedenen Zeiten. Einmal aus Victorias Sicht im Alter von etwa 9-10 Jahren und einmal (ebenfalls aus Victorias Sicht) ab dem Beginn ihrer VolljÀhrigkeit.
Diese beiden ErzĂ€hlstrĂ€nge haben wunderbar miteinander harmoniert, denn so hat man idealerweise nach und nach die HintergrĂŒnde herauslesen können, die nun zu ihrem teilweise wirklich traurigen Erwachsenenstandpunkt gefĂŒhrt haben.

Und die Sprache: wirklich zauberhaft! Das Buch ist so poetisch geschrieben. Es wird weniger gesprochen, dafĂŒr bekommt man mehr Einblick in Victorias Gedankenwelt und so kann man voll und ganz in dieser ErzĂ€hlung versinken, ohne zu bemerken, wie viele Seiten man eigentlich schon gelesen hat.
Also genau genommen ein 'stilles' Buch, wenn man so will.
Ein Buch, das trotz seiner vergleichsweise wenigen direkten Reden unglaublich wortgewaltig ist, mich mitreißen und bewegen konnte.
Ein Buch ĂŒber Angst, GefĂŒhle, Vertrauen und Verzeihen. Und ĂŒber eine starke Protagonistin, die einen Mut entwickelt, mit dem sie sich dem Leben mit all seinen Unvorhersehbarkeiten stellen kann.

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Buchzitate:

~ "Und was hat mangelndes Vertrauen mit heimlicher Liebe zu tun?", erkundigte sich Grant.
"Und was nicht?", gab ich zurĂŒck. ~

~ "Manche werden es schaffen, manche nicht", entgegnete ich. "So wie ĂŒberall." ~

©2015



Meinungen von anderen Lesern:




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Habt ihr das Buch schon gelesen? (hinterlasst doch einen Link zu eurer Rezension und ich verlinke auch euch)
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- Wandert das Buch direkt auf eure Wunschliste?
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