📚 Janine stellt vor: Die Stunde der Liebenden


Letzte Woche haben Kathi und Zwerghuhn euch "ein wundervolles Manifest an die Freundschaft" vorgestellt. In Woche 59 unseres Projekts "vergessene SchĂ€tze" stellt euch erneut Janine einen ihrer SchĂ€tze vor:
Zusammenfassung:
Ein Mann, der Zeit seines Lebens nur eine einzige Frau aus tiefster Seele liebt.
Eine Frau, die dasselbe fĂŒr diesen Mann empfindet, sich aber zwingt, nicht mit ihm zusammen zu sein.
Zwei Liebende, die ein Leben lang nur voneinander trÀumen.
Eine Liebe, die niemals nachgelassen hat und ĂŒbermĂ€chtiger nicht sein könnte ...



Janines Meinung:

Eine alles ĂŒberdauernde Liebe

Bei diesem Buch bin ich wirklich froh, es gelesen zu haben, denn die Bilder, die ich wĂ€hrenddessen im Kopf hatte, haben bei mir ein richtig schönes LesegefĂŒhl hervorgerufen. Ich mochte die flĂŒssige und gleichzeitig sehr fesselnd geschriebene Geschichte um Alice und Tom, die zwei Liebenden, sehr gerne. Die bildliche ErzĂ€hlweise hat mich komplett hineinkatapultiert in die beiden HandlungsstrĂ€nge/Zeitebenen. Die geschaffene AtmosphĂ€re war sowohl in den Abschnitten des frĂŒhen 20. Jahrhunderts und den 1980er Jahren, die immer wieder abgewechselt haben, eine Wonne zu erleben.

Ich glaube, es ist hÀufig so: Man wartet und hofft, bis die Hoffnung irgendwann vergeblich
scheint und das, was man sich wĂŒnscht, unmöglich wird. Man versucht, die Geschichte zu
vergessen und weiterzumachen. Und wenn man diesen ganzen schmerzlichen Prozess durchgemacht
hat, kann es sein, dass aus irgendwelchen rĂ€tselhaften GrĂŒnden doch noch etwas geschieht.
(S. 73)

Dass sich diese Zeitebenen aber fast kapitelweise abgewechselt haben, hat mich manchmal ein bisschen ĂŒberfordert, weil diese oft dann doch nur ein paar wenige Seiten kurz waren und mich das verwirrt hat, eben weil ich in meinem Lesefluss nicht so schnell schalten konnte (oder wollte) und mir dann nicht immer gleich klar war, aus welcher Protagonistensicht oder welchem Jahr ich gerade lese.

Über die Liebe zu lesen ist immer etwas Schönes, und auch hier hat es bei mir eindeutig positive GefĂŒhle produziert. Nichtsdestotrotz hat auch die Liebe eine schmerzliche Seite. Zwischen Tom und Alice entsteht eine ganz einmalige Liebe, wie ich noch nie von ihr gelesen habe, und ich war erst der Meinung, dass bei dem einen eine tiefere Zuneigung fĂŒr den anderen vorhanden ist, als bei dem anderen. Dass dem nicht so ist, war mir lange nicht klar und hat mich letztlich total berĂŒhrt, als ich die Vergangenheit von Tom und Alice kennengelernt habe.

"NatĂŒrlich muss man akzeptieren, dass man manche Sachen vergisst, aber
die Erinnerungen, die einem am wichtigsten sind - die gehen nie verloren."
(S. 208)

Mir waren sowohl Alice, als auch Tom, um die es in dem Buch in meinen Augen hauptsĂ€chlich geht, ĂŒberaus sympathisch. Deswegen hat mich auch ihre Geschichte so bewegen können. Tom ist nicht nur ein wahnsinnig begabter Maler, er ist auch ein durch und durch guter Mann, der alles fĂŒr Alice tun wĂŒrde. Alice hingegen ist eine Frau, die wohl mehr den Erfolg von Tom an erste Stelle setzt und dafĂŒr ihre eigenen SehnsĂŒchte und ihr GlĂŒck hintanstellt, dafĂŒr nimmt sie auch jede Menge Schmerz in Kauf ... Mit Alices Entscheidungen war ich nicht immer so einverstanden, meistens habe ich nur den Kopf geschĂŒttelt und mir gedacht: "Warum tust du das denn, Alice? Ich verstehe dich nicht ..." 
Und obwohl diese Liebe zwischen Tom und Alice etwas total hoffnungsvoll Schönes an sich hatte, war sie zugleich auch unheimlich schmerzlich und traurig. Bis zum Schluss habe ich gehofft und gebangt, aber das, was ich mir fĂŒr die beiden Liebenden gewĂŒnscht hĂ€tte, ist leider nicht mehr eingetroffen. Und das alles nur, weil einer der beiden lieber auf seine Vernunft gehört hat, als auf sein Herz.

"Es ist ungeheuer wichtig, mit dem, was einem am Herzen liegt, weiterzumachen und
nicht aufzugeben. Das ist meiner Meinung nach das Wichtigste in diesem Kampf.
Die meisten geben auf, wenn es ihnen zu schwierig erscheint."
(S. 89)

Die Geschichte von Alice und Tom ist auf alle FĂ€lle eine Empfehlung wert. Wer gerne BerĂŒhrendes liest, sollte hier unbedingt zugreifen, denn dieses wundervolle Buch lehrt einen nicht nur nicht zu warten, wenn es um die Liebe geht, sondern vor allem auch, dass man auf sein Herz und nicht ausschließlich auf den Verstand hören soll. - Ansonsten ist es sehr wahrscheinlich, dass jemandes Ende genauso schade ist und traurig aussieht, wie es bei Alice und Tom der Fall war ...


Weitere Buchzitate
· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·

~ "Ich finde nicht, dass man sich schÀmen muss, wenn man das macht, was man liebt", sagt sie. ~ (S. 120)

~ "Diese Aussicht, das da draußen, ist seit Jahrhunderten, vielleicht sogar seit Jahrtausenden immer gleich, nur mit 
mal mehr, mal weniger Booten. Wenn man so direkt die BestĂ€ndigkeit der Natur vor Augen hat ..." - er hielt fĂŒr 
einen Moment inne. "Nun, das verstĂ€rkt das Empfinden fĂŒr unser eigenes kurzes Dasein auf Erden." ~ (S. 136)

~ Niemand, der eine Ehe eingeht, zieht ihr mögliches Auseinanderbrechen in Betracht. ~ (S. 286)

~ Der Krieg widerfÀhrt den Menschen, jedem Einzelnen. ~ (S. 388)

~ Aber wenn einem alles genommen ist außer der Hoffnung, dann verleiht einem das eine merkwĂŒrdige StĂ€rke. ~ (S. 425)

©2015



Meinungen von anderen Lesern:

Jane von Mademoiselle Cake liest



Na, was meint ihr?
Habt ihr das Buch schon gelesen? (hinterlasst doch einen Link zu eurer Rezension und ich verlinke auch euch)
- Empfindet ihr genauso?
- Habt ihr eher eine andere Meinung davon?
- Wandert das Buch direkt auf eure Wunschliste?
- Liegt es gar schon auf dem SuB?

Share this:

JOIN CONVERSATION

    Blogger Comment

0 commenti:

Kommentar veröffentlichen