📚 Kathi & Zwerghuhn stellen vor: Heute sind wir Freunde


Letzte Woche hat euch Sabine einen berĂŒhrenden Roman, der sie beeindruckt hat, vorgestellt. In Woche 58 unseres Projekts 'vergessene SchĂ€tze' stellen euch Kathi & Zwerghuhn von Lesendes Federvieh erneut einen ihrer SchĂ€tze vor:
Zusammenfassung:
Ein Szenario, das man sich lieber nicht ausmahlen möchte. Wegen eines schlimmen Unwetters sitzen Nell, Anton, Leo, Chris und Valeska ĂŒber Nacht in der Schule fest. FĂŒnf Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt kaum ein Wort miteinander gewechselt haben. Nell freut sich darĂŒber, denn sie sieht darin eine Möglichkeit ihrem langjĂ€hrigen Schwarm Leo endlich nĂ€herzukommen. Auch Chris hat nichts dagegen, da er schon seit der Achten in Nell verknallt ist. Der Streber Anton hingegen hat keine Lust den Aufpasser zu spielen, Schulschönheit Valeska denkt sich, die vier wissen doch gar nicht, wer sie wirklich ist und der coole Leo will die Nacht mit zwei hĂŒbschen MĂ€dchen an seiner Seite in vollen ZĂŒgen genießen. Doch nach dieser einen Nacht ist nichts mehr, wie es zuvor war. Aus fĂŒnf Fremden sind Freunde und sogar zwei Liebende geworden.



Kathis Meinung:
"Heute sind wir Freunde" ist ein wundervolles Manifest an die Freundschaft, das mich sehr berĂŒhrt und bewegt hat, weshalb es von mir fĂŒnf Eier bekommt. Durch die wechselnden ErzĂ€hlperspektiven ist man mitten im Geschehen dabei und ich hatte das GefĂŒhl, jeden Einzelnen der fĂŒnf dadurch besser zu verstehen. In diesen Momenten war ich ganz sie. Oder er. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass man sich in jeder Person wiederfindet. Sei es Valeskas Argwohn jemandem zu vertrauen und das Herz auszuschĂŒtten oder Chris langjĂ€hrige SchwĂ€rmerei fĂŒr einen bestimmten Menschen. Es muss gar nichts AuffĂ€lliges sein, meistens sind es die kleinen Dinge durch die man sich mit Anton, Nell, Leo, Chris und Valeska identifiziert. Nach und nach gehen diese aufeinander zu, lernen sich nĂ€her kennen, manchmal freiwillig, aber auch unfreiwillige ZusammenstĂ¶ĂŸe geschehen und mit der Zeit entwickelt sich eine Dynamik zwischen den fĂŒnfen, die man als Leser genauso zu spĂŒren bekommt. Etwas hat sich verĂ€ndert. Man betrachtet den Anderen nun nicht mehr nur oberflĂ€chlich, sondern lĂ€sst sich darauf ein, hinter die Fassade zu blicken. Dabei stellt die unscheinbare Nell beispielsweise fest, dass Schulschönheit Valeska gar nicht so ĂŒberheblich und eingebildet ist, wie sie nach außen wirkt. Stattdessen ist sie von ihrem Leben zu Tode gelangweilt, denn nie kann sie wirklich sie selbst sein, immer muss sie eine Maske aufsetzen und genau das tun, was man von einer schönen und pflichtbewussten Tochter erwartet. Sich in den jungen Referendar zu verlieben gehört da nicht dazu. Doch in Nell hat Valeska eine aufmerksame Zuhörerin und VerbĂŒndete gefunden, die ihr mit ihrer Unvoreingenommenheit die Möglichkeit bietet, endlich vollkommen sie selbst zu sein, ganz ohne EinschrĂ€nkungen. Auch der obercoole Leo muss wĂ€hrend der gemeinsamen Nacht feststellen, dass es auch mal angenehm sein kann, von Freunden umringt zu sein, anstatt seine Gedanken nur darum kreisen zu lassen, wie er am besten das nĂ€chste MĂ€dchen rumkriegt. Das genaue Gegenteil von ihm ist der Streber der Stufe, Anton, welcher stark unter der Fuchtel seiner ĂŒberfĂŒrsorglichen Mutter steht. Immer war er der Außenseiter und hielt stets die anderen fĂŒr den Grund dafĂŒr, doch auch er erkennt seinen Irrtum und öffnet sich zusehends, wobei ein echter Komiker in ihm zu schlummern schien, der Ansicht ist zumindest Leo. WĂ€re da noch Chris, der mit seiner Kamera alles und jeden knipst, das ihm vor die Linse kommt, am liebsten Nell, in die er schon seit der achten Klasse verliebt ist. Er ist derjenige, der sich in der stĂŒrmischen Nacht am wenigsten verĂ€ndert und doch ist er mit seiner unnachahmlichen Art nicht mehr aus der Geschichte wegzudenken. Diese fĂŒnf Menschen, die gegensĂ€tzlicher nicht sein können, zeigen, wie man innerhalb einer stĂŒrmischen Nacht lernen kann wirklich man selbst zu sein. Alles was man dazu braucht sind Freunde.

©2016



Meinungen von anderen Lesern:




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