Rezension: Julie Clark - Der Tausch

Klappentext:

Zwei Frauen auf der Flucht. Eine Entscheidung, die alles verändert. Und kein Weg zurück.

Claire soll nach Puerto Rico reisen, um ihren Mann, einen ehrgeizigen Politiker, im Wahlkampf zu unterstützen. Doch in Wahrheit will sie nichts als fliehen - vor seinen gewalttätigen Übergriffen und seinem Kontrollwahn. Sie kommt mit Eva ins Gespräch, die bei ihrem schwerkranken Mann Sterbehilfe geleistet hat. Zu Hause in Kalifornien erwartet sie die Polizei. Innerhalb von Sekunden beschließen die beiden Frauen, die Boardkarten zu tauschen und sich gegenseitig ein neues Leben zu schenken. Doch schnell wird Claire klar, dass die Fremde nicht ehrlich zu ihr war. Hat Eva sie in eine Falle gelockt?

meine Meinung:

Ich hatte mich auf ein paar spannende Hörstunden eingestellt, denn die Themen 'Tickettausch', 'Gewalt (an  Frauen)' und 'Sterbehilfe' klangen sehr interessant.

Leider ist die Umsetzung des Ganzen dann so unglaubwürdig und undramatisch gewesen, dass ich diese Geschichte weder als Thriller bezeichnen, noch jemandem empfehlen kann.

Spätestens seit dem 11. September 2001 ist es nicht (mehr) möglich, einfach so seine Tickets zu tauschen. Es wird alles so haarklein kontrolliert, dass man selbst ohne Ausweis nicht ins Flugzeug gelassen wird. (leider bereits in der Familie erlebt) Ich war also gespannt, wie die Autorin diesen Umstand bewältigt, wie sie daraus einen glaubwürdigen Thriller spinnt.

Bedauerlicherweise ist ihr dies nicht gelungen.

An einer anderen Stelle kommt die Polizei ins Spiel - dort, wo Eva gelogen hat. Doch auch dieser Faden ist alles andere als plausibel. Am Ende bleiben in diesem Punkt zudem so viele Fragen offen, dass ich mich frage, wozu das Ganze überhaupt angefangen wurde.

Julie Clark geht zwar auf das Thema 'Gewalt an Frauen' ein, doch es bleibt zu sehr im Hintergrund. Aber es spiegelt eben auch sehr gut unsere Wegschau-Gesellschaft. Diesen Aspekt hätte sie gerne noch intensiver herausarbeiten können.

So bleibt es unerfreulicherweise ein Roman, der das Potenzial zu einem hervorragendem Thriller hatte, der jedoch nichts Halbes und nichts Ganzes ist und daher in den Tiefen meines PCs verschwinden wird ...

©2023 Mademoiselle Cake

buchige Daten:

Titel: Der Tausch
Untertitel: Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg
Text: Julie Clark
Ãœbersetzung: Gabriele Burkhardt & Astrid Gravert
Stimme: Britta Steffenhagen
Ersterscheinung: 2020
Genre: Thriller
Medium: Hörbuch
Rezension vom: 28.09.23

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