Rezension: Ingeborg Bruns - Das wiedergeschenkte Leben

Klappentext:

Ein Kind erkrankt an Leukämie, und für die Familie ändert sich schlagartig der Alltag. Die Unsicherheit allen Lebens tritt scharf ins Bewußtsein. Gleichzeitig aber wächst das Verständnis für das Leben und für einander.

meine Meinung:

Früher habe ich sehr viele Erfahrungsberichte gelesen. Früher, als ich noch keine Mama war und es das Leben meistens gut mit mir und den Leuten, die ich kenne, meinte. Damals habe ich solche Werke ausgehalten. Konnte mitleiden, habe den Schmerz gefühlt, war schon immer nah am Wasser gebaut war. Doch ich hatte einen gewissen Abstand.

Heute ist das anders. Heute erlebe ich den Schmerz aus Sicht einer Mama. Heute haben Leute um mich Vieles erlebt und durchstehen müssen. Heute blutet mein Herz um einiges mehr …

„Das wiedergeschenkte Leben“ hat mich manchmal an meine Grenzen gebracht. Wir haben derzeit selbst einen Fall von Kinderkrebs in der Familie und zwischendurch musste ich des Öfteren schlucken. Da der Titel jedoch positiv intoniert ist, habe ich mich an ihm sozusagen festgehalten.

Wir begleiten vor allem die Mutter des Jungen, weil sie das Tagebuch schreibt.
Dadurch bekommt man hautnah ihre Gefühle mit und die der anderen können nur durch Beobachtungen wiedergegeben werden. Dennoch merken Lesende, wie stark die Familie an diesem Schicksal zu knabbern hat. Immerhin gibt es neben Ingo, der an Leukämie erkrankt ist, auch noch 3 Schwestern.

Ingeborg Bruns schildert eindringlich und authentisch die Herausforderungen der Leukämieerkrankung.
Sie beschönigt dabei nichts und Lesende werden auf die Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen.

Den ersten Teil der Reise beschreibt sie sehr genau. Fast täglich nimmt sie uns mit auf die Reise. Knapp 160 Seiten lang gehen wir Seite an Seite mit ihr.
Ab dann merkt man, dass die Kraft einfach nicht mehr ausreicht. Es wird nur noch das Nötigste notiert. Manchmal gibt es Sprünge von Tagen, von Wochen und am Schluss auch Monaten. Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass da irgendwie noch ein Buch draus werden soll, obwohl es eigentlich schon abgeschlossen geglaubt war.

Für mich war der letzte Teil jedoch besser zu lesen, weil er kompakter war, nicht so ausschweifend.

©2024 Mademoiselle Cake



buchige Daten:

Titel: Das wiedergeschenkte Leben
Untertitel: Tagebuch über die Leukämieerkrankung eines Kindes
Text: Rezension: Ingeborg Bruns
Verlag: Fischer
Ersterscheinung: 1987
Genre: Erfahrungen
Medium: Taschenbuch
Rezension vom: 19.11.24

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