Rezension: Michael Gantenberg - Neu-Erscheinung
Klappentext:
Paul Elmar ist meistens glücklich verheiratet und als Lokalredakteur eher unterfordert. Aber jetzt will er endlich mal zeigen, welches Talent wirklich in ihm schlummert: Als »Bella Gabor« veröffentlicht er einen Fortsetzungsroman über die Zwillingsschwester von Jesus! Das Ganze schlägt ein wie eine Bombe, und auch Pauls Frau ist begeistert - nur ahnt sie nicht, wer »Bella Gabor« wirklich ist …
meine Meinung:
„Neu-Erscheinung“ von Michael Gantenberg war einer dieser SuB-Titel, die still Staub ansetzen und ohne äußeren Impuls wohl nie geöffnet worden wären. Weder Thema noch Humorversprechen trafen meinen Geschmack, entsprechend niedrig lag meine Erwartungshaltung.
Der Einstieg überraschte mich positiv. Trotz aller Skepsis fühlte ich mich zunächst gut unterhalten, einzelne Passagen funktionierten, manche Pointe saß sogar. Für einen Moment dachte ich, das könnte besser werden als erwartet. Dieses Gefühl hielt jedoch nicht an.
Nach dem Anfang verlor der Text zunehmend an Zug. Längere Abschnitte wirkten zäh, ohne Entwicklung, ohne echten Sog. Mehr als einmal spielte ich mit dem Gedanken, das Buch einfach liegen zu lassen. Dass ich dennoch bis zum Ende gelesen habe, lag weniger an innerem Antrieb als an der Hoffnung, dass sich die begonnenen Erzählansätze noch lohnen würden.
Genau diese Hoffnung wurde enttäuscht. Der Autor eröffnet Handlungsstränge, verfolgt sie aber nicht konsequent weiter. Fragen bleiben offen, Andeutungen verlaufen im Nichts. Statt eines runden Abschlusses entsteht das Gefühl, dass Erwartungen geweckt, aber nicht ernst genommen wurden.
Besonders schwach bleiben die Figuren. Nach dem Zuklappen bleibt keine von ihnen haften. Keine Kontur, keine Eigenheit, nichts, woran man sich erinnern möchte. Sie wirken austauschbar und beliebig, was der Geschichte zusätzlich Gewicht und emotionale Bindung nimmt.
Der Humor ist deutlich vorhanden, aber sehr spezifisch. Wer diesen Ton trifft, wird einzelne Szenen mögen. Für mich blieb es bei vereinzeltem Schmunzeln ohne nachhaltige Wirkung.
Am Ende bleibt es ein Buch, das man lesen kann, aber nicht lesen muss. Eine einmalige Erfahrung ohne Nachhall, ohne den Wunsch nach Wiederholung oder Empfehlung. Dafür fehlt es an Konsequenz, Tiefe und erzählerischer Verbindlichkeit.
©2026 Mademoiselle Cake
buchige Daten:
Titel: Neu-Erscheinung
Text: Titel
Verlag: Fischer
Ersterscheinung: 2009
Genre: Humor
Medium: Taschenbuch
Rezension vom: 20.01.26

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