Rezension: Tom Fletcher - Space Band
Klappentext:
KANN DIE SCHLECHTESTE BAND DER ERDE …
… DIE BESTE BAND DES UNIVERSUMS WERDEN?
George, Neila und Bash [sic!] spielen in der schlechtesten Band der Welt. Doch was ihnen an Talent und Selbstvertrauen fehlt, machen sie durch Leidenschaft wieder wett. Sie sind fest entschlossen, ihre Freunde beim Band-Wettbewerb der Schule umzuhauen. Aber in dem Moment, in dem sie anfangen zu spielen …
WERDEN SIE INS WELTALL GEBEAMT!!!!
Jetzt stehen sie vor einer noch größeren Herausforderung: Sie treten gegen außerirdische Bands aus allen Galaxien an! Und wenn sie nicht gewinnen, schaffen sie es vielleicht nie wieder nach Hause …
meine Meinung:
Als ich „Space Band - Die schlechteste Band der Erde … aber die beste Band des Universums“ von Tom Fletcher entdeckte, war ich sofort neugierig. Meine Achtjährige steckt gerade total im Rockfieber. Ihr Vater hat ihr Gitarrenriffs und Songs vorgespielt, seitdem läuft hier nichts anderes mehr. Die Idee einer coolen Musik-Weltraum-Geschichte klang somit vielversprechend.
Der Einstieg hat meine Geduld allerdings auf die Probe gestellt. Die Figuren werden ausführlich eingeführt, jede noch so kleine Eigenheit bekommt Raum. Das kann man als liebevollen Aufbau verstehen, für mich wirkte es eher zäh. Die Handlung kommt nur langsam in Fahrt, bevor das eigentliche Abenteuer beginnt.
Musikalisch hatte ich keine große Vorstellung und doch war ich von den dargebotenen Songs zumeist enttäuscht. Die Texte waren langweilig und trafen überhaupt nicht meinen Humor.
Besonders störend empfand ich auch Georges ständigen Kommentar in Klammern - dieses wiederkehrende „(ich weiß!)“. Die Pointe nutzt sich schnell ab. Statt Nähe zu schaffen, hat es bei mir eher Augenrollen ausgelöst.
Nach rund hundert Seiten hebt die Geschichte endlich ab, im wahrsten Sinne des Wortes: Die drei Hauptfiguren werden ins All katapultiert. Ab da wird es visuell und fantasievoll, die Konkurrenz der intergalaktischen Bands nimmt Form an. Allerdings wird schon sehr früh offengelegt, wie der Wettbewerb funktioniert. Die einzelnen Runden werden detailliert erklärt, jede rivalisierende Gruppe erhält eine genaue Beschreibung. Dadurch fehlt der Überraschungsmoment. Natürlich ist klar, dass ein Kinderroman ab acht Jahren auf ein positives Ende zusteuert, doch ein wenig mehr Ungewissheit hätte der Spannung gutgetan. Dadurch hat die Dramaturgie unheimlich an Intensität verloren.
Erst ab etwa Seite 300 zieht das Tempo deutlich an. Die letzten Kapitel haben mich tatsächlich gepackt. Da spürt man die Energie, die ich mir schon zu Beginn gewünscht hätte. Bei insgesamt rund 330 Seiten kommt dieser Effekt allerdings spät.
Unübersehbar ist jedoch die positive Botschaft zum Ende hin, die besagt, dass Diversität kein Makel ist und auf der Erde alle willkommen sind. Sie kommt ohne erhobenen Zeigefinger daher.
Unterm Strich hat mich diese Science-Fiction-Geschichte für Kinder nicht erreicht. Die Idee, verschiedene Aliens auf galaktischer Bühne gegeneinander antreten zu lassen, bleibt großartig, doch die Umsetzung konnte meine Erwartungen nicht erfüllen. Ich werde das Buch dennoch in unsere Schulbibliothek geben. Vielleicht trifft es dort genau den Nerv der jungen Lesenden, die sich weniger an erzählerischen Längen stören und einfach Lust auf schräge Weltraumklänge haben.
Was zusätzlich irritiert, sind formale Fehler: Ein fehlerhaftes Inhaltsverzeichnis mit unpassenden Seitenzahlen und ein falsch geschriebener Name im Klappentext sowie auf der offiziellen Seite. Solche Patzer wirken lieblos und hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack - gerade bei einem Werk, das Kinder für Geschichten und Musik begeistern soll.
©2026 Mademoiselle Cake
buchige Daten:
Titel: Space Band
Untertitel: Die schlechteste Band der Erde ... aber die beste Band des Universums
Text: Tom Fletcher
Übersetzung: Denis Martynov
Illustrationen: Dynamo
Verlag: CroCu
Ersterscheinung: 2026
Genre: Science Fiction für Kinder
Altersempfehlung: ab 8
Rezension vom: 03.03.26

0 commenti:
Kommentar veröffentlichen
Freundliche Kommentare sind immer gerne gesehen und werden zeitnah beantwortet.
Ich freue mich über einen regen Austausch.
Mit dem Abschicken deines Kommentars akzeptierst du die Datenschutzbedingungen und erklärst dich damit einverstanden, dass deine Daten entsprechend der Datenschutzbestimmungen der DSGVO gespeichert und weiterverarbeitet werden (z.B. bei Verlosungen).