✎ Franziska Gehm - Irgendwo zwischen den Welten
Klappentext:
Ein Junge sitzt im Zug. Wie jeden Morgen fährt er durch einen Tunnel. Doch heute ist etwas anders: Der Tunnel hört nicht mehr auf. Endlich kommt der Zug zum Stehen - in einer völlig fremden Landschaft. Alle Menschen sind verschwunden. Bis auf den Jungen. Er sieht sich um und entdeckt ein Mädchen. Er ist nicht allein! Das ist gut. Oder nicht?
meine Meinung:
Ich engagiere mich ehrenamtlich in der Schulbibliothek einer deutschen Auslandsschule. Viele Kinder dort wachsen nicht mit Deutsch als Alltagssprache auf, weil oft niemand in der Familie deutsch spricht. Dadurch stoßen längere oder sprachlich komplexere Bücher schnell an Grenzen.
Vor diesem Hintergrund bin ich auf die Reihe „Super lesbar“ gestoßen und habe mir „Irgendwo zwischen den Welten“ von Franziska Gehm genauer angeschaut.
Der Einstieg über den Klappentext wirkte vielversprechend und die vergleichsweise kurze Länge von rund 100 Seiten macht den Roman zunächst sehr zugänglich. Besonders auffällig ist die klare Struktur: kurze Kapitel, viele Absätze und eine insgesamt luftige Textgestaltung. Gerade für Jugendliche mit Lesehemmnissen oder einer LRS schafft das eine niedrigschwellige Lesesituation. Auch die durchgehende Verwendung des Präsens unterstützt die schnelle Orientierung im Text.
Inhaltlich konnte mich die Geschichte jedoch nicht überzeugen. Viele Fragen bleiben offen, insbesondere rund um die Welt, in die die Jugendlichen geraten. Statt Klarheit entsteht eher eine Aneinanderreihung von Andeutungen, die nicht weiter aufgelöst werden. Auch die Figuren bleiben in wichtigen Punkten unbestimmt, was den Zugang zur Handlung erschwert.
Der Eindruck war für mich der eines Romans, der stark auf Interpretationsspielraum setzt und sich gut für Unterrichtsgespräche oder Diskussionen eignet. Als reine Lektüre zum Eintauchen und Mitfiebern funktioniert er für mich dagegen nur eingeschränkt.
Für die eigentliche Zielgruppe der Reihe kann das Konzept dennoch sinnvoll sein. Lesende mit geringerer Lesepraxis erhalten durch die Gestaltung einen leichten Einstieg. Ob die erzählte Geschichte selbst dabei trägt oder eher im Hintergrund bleibt, ist allerdings fraglich.
©2026 Mademoiselle Cake
buchige Daten:
Titel: Irgendwo zwischen den Welten
Text: Franziska Gehm
Verlag: Gulliver
Ersterscheinung: 2026
Genre: Jugendroman
Altersempfehlung: ab 13
Rezension vom: 30.06.26

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