Rezension: Uri Orlev - Lauf, Junge, lauf

Klappentext:

Jurek ist ungefähr neun, als ihm die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt. Bis zum Ende des Krieges wird er sich allein durch die Wälder schlagen. Doch die Einsamkeit treibt ihn immer wieder in die Dörfer. Er erlebt Unglaubliches, trifft Menschen, die ihm helfen, und solche, die ihn verraten werden.

meine Meinung:

Welch ergreifendes Buch! Ich habe wirklich mit Jurek mitgelitten, mitgeweint, mitgebangt.

Seine Geschichte klingt so unwirklich und doch scheint sie genau so geschehen zu sein. Uri Orlev erzählt Yoram Fridmans Erlebnisse in Bildern, die einen nicht mehr loslassen. Fridman überlebte den Holocaust als jüdischer Junge unter dem Namen Srulik bzw. Jurek Staniak.

Was mich an seiner Geschichte besonders beeindruckt hat: Der Junge gibt trotz allem nicht auf. Immer wieder gerät er in Situationen, in denen man kaum glauben kann, dass er es noch schaffen wird. Und trotzdem findet er jedes Mal einen Weg, weiterzumachen. Seine Lebensgeschichte macht Mut, selbst in aussichtslos scheinenden Situationen nicht aufzugeben. Trotz schwerer Schicksalsschläge lässt er sich nicht unterkriegen, sondern kämpft immer weiter.

Man hofft für Jurek bis zum Schluss, dass wenigstens noch irgendetwas Gutes auf ihn wartet. Dass er überleben wird, weiß man schließlich schon deshalb, weil er seine Geschichte später Uri Orlev erzählen konnte. Trotzdem hofft man beim Lesen, dass das Schicksal noch etwas Gutes für ihn bereithält. Vielleicht ist ein Teil seiner Familie noch am Leben? Vielleicht steht die Stadt, aus der er ursprünglich kommt, noch und er kann eines Tages dorthin zurückkehren, nachdem er jahrelang auf der Flucht war?

Der Verlag empfiehlt „Lauf, Junge, lauf“ ab 12 Jahren. Allerdings kommen darin wirklich grausame Szenen vor. Ich würde das Buch deshalb nicht jedem Kind in diesem Alter einfach zum alleinigen Lesen geben. Gerade bei jüngeren Lesenden halte ich es für wichtig, die Geschichte anschließend gemeinsam zu besprechen.

Für mich ist „Lauf, Junge, lauf“ einer der ergreifendsten Tatsachenromane für Jugendliche über den Holocaust. Eine Geschichte, die noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.

©2026 Mademoiselle Cake

buchige Daten:

Titel: Lauf, Junge, lauf
Text: Uri Orlev
Übersetzung: Mirjam Pressler
Verlag: Gulliver
Ersterscheinung: 2004
Genre: Tatsachenroman für Jugendliche
Altersempfehlung: ab 12
Rezension vom: 01.09.26

Share this:

JOIN CONVERSATION

    Blogger Comment

0 commenti:

Kommentar veröffentlichen

Freundliche Kommentare sind immer gerne gesehen und werden zeitnah beantwortet.
Ich freue mich über einen regen Austausch.

Mit dem Abschicken deines Kommentars akzeptierst du die Datenschutzbedingungen und erklärst dich damit einverstanden, dass deine Daten entsprechend der Datenschutzbestimmungen der DSGVO gespeichert und weiterverarbeitet werden (z.B. bei Verlosungen).