✎ Devakumaran Manickavasagan - Im Glashaus gefangen zwischen Welten


Titel: Im Glashaus gefangen zwischen Welten
Untertitel: Ein Leben zwischen zwei Kulturen
Autor: Devakumaran Manickavasagan
Verlag: Engelsdorfer Verlag
Ersterscheinung: 2012
Genre: Sachbuch
gelesen als: Taschenbuch
Rezension vom: 22.11.17




Klappentext:


»Im Glashaus gefangen zwischen Welten« bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der einen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf.



meine Meinung:

Was ich erwartet hatte? Nicht das, was ich las. Und dieses Mal hat es mich leider nicht positiv überrascht.

Mir fällt es ehrlich gesagt ein wenig schwer, mein Empfinden in Worte zu fassen, denn im Prinzip bin ich sehr enttäuscht. Das hatte ich einfach nicht vermutet.

Durch den Klappentext hatte ich eine total falsche Vorstellung davon, was mir im Buch begegnen würde. Für mich suggeriert er einen komplett anderen Inhalt. Ich dachte, hier kommen verschiedene Menschen zu Wort, man bekommt Einblicke in Seelenleben und Meinungen, kann mit Migranten mitfühlen - eine Achterbahn der Gefühle eben.

Nichts, wirklich gar nichts habe ich davon geboten bekommen.

Devakumaran Manickavasagan hat seine Empfindungen aufgeschrieben, hat seine Meinung an den Mann gebracht, hat seine Sichtweise und Ratschläge versucht zu vermitteln. Nicht ein Mal kommen andere Jugendliche zu Wort. Selbst seine Eltern und Geschwister haben nur am Rande Platz, werden erwähnt, lernt man jedoch nicht persönlich kennen.

Zudem war mir der Schreibstil zu trocken. Es fühlte sich an, als wenn der Autor sich mitteilen möchte, Wege aufzeigen mag, sich jedoch nicht traut, aus sich heraus zu kommen. Sätze klangen zu gewollt, zu gestelzt, zu sehr nach "Wissenschaft". Er schreibt sehr distanziert, obwohl man als Leser manches Mal direkt angesprochen wird.

Ich hatte ein Werk auf persönlicher Ebene erwartet, wollte hinter die Fassade einiger Leute blicken, Sichtweisen kennenlernen, die mir nicht geläufig sind. Ich bekam ein Sachbuch, welches mich wenig überzeugte; einen Ratgeber, die gute Denkanstöße gibt, jedoch zu viel aufgreift, um wirklich tiefgründig zu sein. Die Wiederholungen machen das Dranbleiben auch nicht unbedingt leichter.

Mehr wirklich Persönliches, weniger Oberflächlichkeit und das Buch hätte toll werden können. Der Klappentext sollte jedoch unbedingt überarbeitet werden, denn meiner Meinung nach trifft er kein bisschen zu, vermittelt dem Interessenten ein falsches Bild vom Inhalt.

Ich denke, Herr Manickavasagan ist schon an der richtigen Stelle, wenn er versuchen möchte, Jugendlichen zu helfen, jedoch ist sein Versuch, dies über ein Buch zu tun, in meinen Augen ein wenig fehlgeschlagen. Es regt zum Nachdenken an, keine Frage, aber ich denke, wenn er vor den Menschen steht, sein Wissen weitergibt und vor Ort direkt helfen kann, weil nach so einem Vortrag sicher Fragen auftauchen, ist einigen mehr damit geholfen.

©2017 Mademoiselle Cake



Zitat:

"Geld und Ruhm führen zu Einseitigkeit,
während Liebe einen Menschen in seiner Gesamtheit reich machen kann." (S.20)



..und das sagen andere:

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2 commenti:

  1. Hey,

    ich habe von dem Buch auch etwas anderes erwartet, konnte aber nicht so genau sagen was das war.

    Auch was den Schreibstil angeht, kann ich dir zustimmen. Ich habe das in meiner Rezension mit einer Seminararbeit in der Uni verglichen.

    Ich fand das Buch letztendlich nicht schlecht, aber es hat mich auch nicht ganz überzeugen können. Ich weiß aber, dass der Autor das Buch überarbeitet (hat) und ich hoffe, dass er da einige Probleme beseitigen kann.

    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Ich habe erwartet, dass "am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen" etwas erzählt wird. Aber er hat nur aus seiner Sichtweise geschrieben - und das suggeriert mir der Klappentext leider nicht.

      Oben habe ich es ja bereits geschrieben: Ich kann ihn mir super als Redner vor Jugendlichen vorstellen, die genau das gerade durchmachen.

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