Rezension: Erhard Dietl - Die Olchis Bilderbücher 1 Die Olchis aus Schmuddelfing
Klappentext:
Schleime-Schlamm-und-Käsefuß! Die Olchis sind grün, haben Hörner statt Ohren und wohnen auf einem Müllberg. Wenn sie mal nicht den lieben langen Tag herummuffeln, gibt es tausend Dinge zu tun. Olchi-Oma muss zum Beispiel unbedingt mal wieder die Höhle dreckig machen. Die Olchi-Kinder haben leider gar keine Zeit, ihr dabei zu helfen! Sie nehmen lieber ein Müllbad, springen über Schlammpfützen oder fliegen mit dem Drachen Feuerstuhl ein bisschen herum. Lust zum Singen haben die Olchis aber immer, und wenn dann das Olchi-Lied über die Müllkippe schallt, ist es so richtig schaurig schön …
meine Meinung:
Seit Jahren gehört „Die Olchis aus Schmuddelfing“ bei uns zum festen Inventar. Mein Kind ist vor etwa 4 Jahren in diese schräge Welt hineingestolpert und seitdem sind die Olchis geblieben. Erst lagen die Bilderbücher abends auf dem Sofa, inzwischen holt sich meine Zweitklässlerin die Geschichten selbst aus der Schulbibliothek. Diese Entwicklung kam nicht durch pädagogischen Druck, sondern durch echte Begeisterung zustande - und genau das macht dieses Buch für mich so wertvoll.
Inhaltlich passiert in diesem ersten Band eigentlich kaum etwas. Kein klassisches Abenteuer, keine Spannungsbögen, keine dramatische Wendung. Stattdessen lernen wir die Olchi-Familie kennen - Kinder, Eltern, Großeltern und natürlich den Drachen Feuerstuhl. Es geht um Vorlieben, Abneigungen, um ihr Leben auf der Müllkippe und um all das, was Erwachsene oft irritiert und Kinder sofort begeistert.
Die Olchis leben alles aus, was im echten Kinderalltag oft verboten ist. Dreck lieben, Regeln ignorieren, sich mit Schlamm bewerfen, laut sein, schräg sein. Diese Unangepasstheit zieht Kinder magisch an, weil sie sich darin wiederfinden oder zumindest davon träumen.
Obwohl der Text für ein Bilderbuch vergleichsweise umfangreich ist, erinnere ich mich genau, dass meine damals 3-Jährige regelrecht an den Seiten hing.
Stilistisch stolpere ich bis heute über einen Bruch im Text. Über weite Strecken wird flüssig erzählt, dann tauchen plötzlich Reime auf, die ebenso unvermittelt wieder verschwinden. Ich finde das irritierend, für mein Kind hingegen scheint dieser Bruch allerdings kaum relevant zu sein - er wird einfach mitgenommen.
Was das Buch für mich dauerhaft trägt, sind die Illustrationen von Erhard Dietl. Die Seiten sind voll, lebendig und detailreich. Man liest dieses Buch nicht einfach vor, man bleibt hängen, zeigt, lacht und entdeckt immer wieder Neues.
Mein Kind ist Olchi-Fan durch und durch. Diese Figuren haben etwas geschafft, woran viele wohlmeinende Leseförderprogramme scheitern: Sie haben mein Kind freiwillig zum Buch geführt.
©2026 Mademoiselle Cake
buchige Daten:
Titel: Die Olchis aus Schmuddelfing
Reihe: Die Olchis Bilderbücher
Band: 1
Text: Erhard Dietl
Illustrationen: Erhard Dietl
Verlag: Oetinger
Ersterscheinung: 2004
Genre: Bilderbuch
Altersempfehlung: ab 4
Medium: Hardcover
Rezension vom: 13.01.26
Reiheninformation:
2. Wenn der Babysitter kommt
3. So schön ist es im Kindergarten
5. Mein Bilderbuchschatz
6. Die krötigsten Olchi-Lieder
7. Olchi-Opas krötigste Abenteuer
8. Die Olchis bekommen ein Haustier

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